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Die Finsternis des Lichtes…

Verfasst von SchVVarzer Peter am 16 April, 2008

Zu einer Zeit als die Zeit noch zeitlos war und der Mensch die Langeweile der Sterne noch nicht störte, berieten sich die Sterne wieder einmal – wahrscheinlich zum fünfmillionsten Mal – was sie denn gegen ihre Langeweile tun könnten.

Las uns doch ein Sternenbild malen, schöner wie es niemals zuvor am Nachthimmel stand“ sprach die Venus.

Ja, eine tolle Idee“ rief da Pegasus aus dem fernen Andromedanebel.

Die Sonne, leicht erzürnt, dass ausgerechnet Venus, einer ihrer Untertanen und gar kein richtig Stern, diesen Vorschlag einbrachte, ergriff das Wort Wir werden uns den schönsten Stern unseres Universums aussuchen und nach ihm unsere Welt neu malen“ sprach sie. Alle waren beigeistert und leuchteten vor Freude heller als je zuvor und danach. So begaben sie sich Millionen von Jahren auf die Suche nach diesem der allerschönsten Sterne. Ermüdet, fast schon wieder in Langeweile verfallend, sahen sie plötzlich einen wunderschönen winzig kleinen Stern tief im Verborgenen des Universums. Sein Licht war warm, von seltenem Glanz, Grazie und Anmut schienen das Bild seiner Güte und Herzlichkeit zu vervollkommnen.

Dürfen wir Dich malen“ fragte die Sonne den kleinen gütigen Winzling Du sollst es auch nicht umsonst tun, 1000 Sterntaler seien Dir gewiss“ leuchtete sie ihn an. „Natürlich, für euch bin ich doch hierher gekommen“ klang es warmherzig und demütig zugleich aus dem schier vollkommenen inneren des Winzlings.

Eifrig, voller Freude und alles um sich herum vergessend, malten die Sterne, sie malten und malten abermals über Millionen Jahre hinweg. Und so entstand ein Bild, schöner es niemals zuvor im Universum zu sehen war, wie von Gottes Hand geschaffen …

Zufrieden mit sich und ihrem Werk sprach Pegasus nun müssen wir ihm auch einen Namen geben“. Wieder meldete sich die vorlaute Venus zu Wort und sagte nennen wir es doch LIEBE“. Für einen Moment war es so still im Universum, dass man nicht einmal die rotierenden Geräusche der Saturnringe hören konnte. Ja schrien alle, wie aus einem Munde LIEBE“ ist ein wunderschöner Name dafür. Selbst die Sonne wagte sich dieser Gewalt nicht zu widersetzen, sagte nur na gut“, gab dem Winzling die versprochenen 1000 Sterntaler und ließ ihn weiter durchs Universum ziehen.

Weitere Millionen Jahre vergingen, die Langeweile war längst wieder ständiger Begleiter der Sterne, als plötzlich die Dunkelheit zu den Sternen sprach möchtet ihr nicht wieder ein Bild malen“. Wieso“ sprach die vorlaute Venus, wir haben doch die Liebe was brauchen wir mehr“. Das mag wohl sein“ entgegnete die Dunkelheit, aber warum malt ihr nicht mal ein Bild für mich, düsterer, finsterer und schrecklicher als es das Universum jemals sah“. Die Venus versteckte sich hinter der Sonne und wollte davon nichts hören, Pegasus verschwand ganz schnell im Andromedanebel, selbst der Sonne – noch mit der zitternden Venus beschäftigt – verschlug es zuerst die Sprache. Aber in den folgenden Millionen Jahren riefen immer mehr Sterne aus der Dunkelheit Bitte, lasst uns doch diese Bild malen“. Alles Rütteln Zupfen und Bitten der Venus nutzte nichts, die Sonne gab dem Drängen nach sprach mit monotoner, leiser Stimme, mehr gleichgültig, ja fast ein wenig ängstlich Na gut, dann lasst uns auf die Suche gehen nach diesem dunklen Stern der uns als Vorlage dienen möge. Die Begeisterung wirkte dieses mal gedämpfter und das Licht der Sterne schien zu verblassen, dennoch machten sich alle – die Venus natürlich nur aufmüpfig – auf die Suche. Dieses mal brauchte man nicht sehr lange bis man einen kleinen schwarzen Zwerg fand der den Anforderungen zu entsprechen schien. Obwohl er so klein, so finster und so böse war, sowenig Licht ausstrahlte, dass sogar die Dunkelheit Angst vor ihm bekam, konnte man ihn nicht übersehen.

Alles jammern der Venus half nichts, also sprach die Sonne ihn an:

“ Dürfen wir Dich malen“ fragte die Sonne den kleinen schwarzen Zwerg Du sollst es auch nicht umsonst tun, 100 Sternentaler seien Dir gewiss“ sprach sie und schien blass wie nie zuvor „Natürlich, für euch bin ich doch hierher gekommen“ quäkte es mit bitterer kalter und zynischer Stimme aus der Dunkelheit des Zwerges.

Fast lustlos und ein wenig träge gingen die Sterne an Ihr trauriges Werk, dennoch war es in nur wenigen Millionen Jahren vollendet.

Das Bild war so finster, so grauenhaft, böse und schien so niederträchtig, dass sogar die Dunkelheit sich in der Finsternis versteckte. Pegasus kehrte nicht mehr hinter den Andromedanebeln hervor, die Venus ergoss erst sich selbst in Tränen, bevor Ihre Tränen langsam begannen das Licht der Sonne zu erlöschen.

Ich werde dieses Bild HASS nennen“ sagte die sterbende Sonne mit leiser, zittriger Stimme und gab dem schwarzen Zwerg seine 100 Sternentaler.

Im Weitergehen drehte sich der schwarze Zwerg um, eine Träne schien in seinen Augen, als er zur Sonne sagte:

Weißt Du noch, damals vor vielen, vielen Millionen Jahren gabst Du mir 1000 Sternentaler“

6 Antworten zu “Die Finsternis des Lichtes…”

  1. SchVVarzer Peter sagte

    :-)

  2. Wei§§er Peter sagte

    :D

  3. Cäsar sagte

    Gratulation zum Auftakt,
    die angesprochenen Blog hätte ich auch nicht trefflicher skizzieren können, ich wünsche Dir viel Erfolg und werde zu einem späteren Zeitpunkt wieder hereinschauen.
    Hartmut

  4. Hartmut sagte

    Wenn Ideen aus dem Schwarzen Loch der Ahnungen kriechen und nach Aufmerksamkeit rufen, sollte man sie zunächst einmal vertrauensvoll ins Helle neuer Gedankenüberlegungen ziehen, statt sie im Sack der alltäglichen Überforderung allzu schnell zu entsorgen.Das wollte ich vorhin noch dazufügen, habe es leider vergessen.

  5. SchVVarzer Peter sagte

    Danke Deiner lieben Wünsche Hartmut, am Gelingen und damit letztlich auch am Erfolg können wir alle mitarbeiten! :-)

  6. miamicool sagte

    Hier ein Gedicht das gut dazu passt:
    Der Abendstern
    von M. Eminescu übersetzt von Ghunther Deike

    Es war wie einst im Märchenland
    Und war wie nie geschehen,
    Aus hohem , kaiserlichem Stand
    Ein Mädchen, schon zu sehen.

    Der Eltern einziges Kind, und war
    Hold unter ihresgleichen,
    Maria in der Heiligen Schar,
    Der Mond in Stern bereichen.

    Aus der Gemächer Dämmerung
    Tritt sie ans Fenster leise
    Uralt beginnt und ewig jung,
    Der Abendstern die Reise

    Sie sah ihn ferme auf dem Meer
    Aufgehen und darübergleiten
    Und über weite Wogen her
    Die schwarzen Schiffe leiten

    Sie seiht ihn heut, und jede Nacht
    Wird ihrem Wunsch vermehren;
    Auch seine Wunsche sind entfacht,
    Das Mädchen zu begehren.

    Wie sie ihre Hände schmiegt
    Verträumt die zarten Wangen,
    Fühlt sie, wie ihre Seele weigt
    Die Sehnsucht, das Verlangen.

    Und wie lebendig er erglüht
    Im abendlichen schweigen,
    Wenn sie am schwarzen Schloss erblüht,
    Sich ihm, nur ihm zu zeigen.

    Und Schritt für Schritt verstohlen schwebt
    Er hinter ihr ins Zimmer,
    Aus seinen kalten Funken webt
    Er glühenden Sternen schimmer.

    Und legt sie sich zur gutem Nacht
    In ihrem Bette nieder,
    Berührt er ihre Hände sacht,
    Schließt ihre süssen Lider;

    Und aus dem Spiegel kommt sein Licht,
    Auf ihrem Leib zu funkeln,
    Dem abgewandten Angesicht,
    Den Augen,groß im Dunkeln

    Ihr Lächeln Schwebt am sanften Saum
    Des Schlafs,von Licht umflossen,
    Er folgt ihr tief in ihren Traum
    Und halt ihr Herz umflossen.

    Sie spricht im Schlaf,was sie gedacht
    Schwer seufzend und beklommen:
    „O süßer Herrscher meiner Nacht
    Willst du nicht zu mir kommen?

    Steig nieder,du im Abendhauch,
    Mein Abendstern,steig nieder,
    Mach hell mein Haus,mein Denken auch,
    Mein Leben immer wieder!“

    Und zitternd blickt er zu ihr her,
    Entflammt im Sternen regen,
    Und sturzt sich blitzend in das Meer,
    Versinkt in schwarzem Schweigen;

    Das Wasser,wo er sich verlor,
    Dreht sich im Kreis zur Stunde,
    Ein schöner Jüngling steigt empor
    Aus tiefem Meeresgrunde.

    So tritt er auf des Fensters Rand,
    Wo sie der Stern gefunden,
    Halt einen Stab in seiner Hand
    Von grünen Schilf umwunden.

    Er mochte eines Fürsten Bild,
    Blondlockig,ihr erscheinen,
    Die nackten Schultern eingehüllt
    In violettes leinen.

    Und wachsern war sein Angesicht,
    Durchsichtig noch im Dunkeln,
    Ein Toter,schon und seltsam licht,
    Im dem die Augen funkeln.

    „Mit Muh entrann ich meinem Ort,
    At deinen Ruf verloren,
    Mein Vater ist der Himmel dort,
    Das Meer hat mich geboren.

    Dir nah sein,begluckt und gut
    An deiner Kammer schwelle
    Steig ich herauf aus meiner Flut
    Herab aus meiner Helle

    Mein kleionod,komm und hör mir zu,
    Lass deine Welt auf Erden;
    Ich bin der Abendstern,und du
    Sollst meine Braut nun werden.

    Ich will dich zum Korallendom
    Jahrhundert weit entfuhren,
    Und jeder auf dem Meeres strom
    Soll deinen Willen spüren.“

    „Oh, du bist schon wie nur im Traum
    Ein Engel anzusehen,
    Jedoch den Weg in deinen Raum,
    Den werde ich niemals gehen;

    Du bist mir fremd in Wort und Tracht,
    Ich musst mich selbst verlieren,
    Ich bin der Tag, du bist die Nacht,
    Dein Aug lasst mich erfrieren“.

    So ging ein Tag, so gingen drei,
    Und wieder kommt, wie immer,
    Des Nachts der Abendstern herbei
    Mit seinem hellen Schimmer.

    Und wieder an den Abendstern
    Denkt sie im Schlaf mit Schmerzen,
    Und Sehnsucht naht der Wellen Herrn
    Ergreift sie tief im Herzen:

    „Steig nieder, du im Abendhauch,
    Mein Abendstern, steig nieder,
    Mach hell mein Haus,mein Denken auch,
    Mein Leben immer wieder!“

    Wie er im Himmel sie versteht,
    Erlischt er schmerzlich bange,
    Bis sich der Himmel kreisend dreht
    Von seinem Untergange;

    Ein Flammen bild, blutrot, beginnt
    Sich weithin zu entfalten,
    Ein wunderschöner Leib gerinnt
    Bald aus des Chaos Falten.

    Auf seinen schwarzen Locken schwer
    Die Krone scheint zu brennen,
    Im Sonnenfeuer schwebt er her,
    Beim Namen sie zu nennen.

    Aus schwarzem Tuch enthüllen sich,
    Die Marmor gleichen Arme,
    Voll Trauer kommt er, nachdenklich
    Und bleich, dass Gott erbarme.

    Die Augen, groß,erstaunt und mild
    Von wesenlosem Funkeln,
    Zwei Leidenschaften, ungestillt,
    In ihren Tiefe dunkeln.

    „Mit Muh entrann ich meinem Ort,
    An deinen Ruf verloren.
    Mein Vater ist die Sonne dort,
    Die Nacht hat mich geboren.

    Mein Kleinod, komm und hör mir zu,
    Lass deine Welt auf Erden;
    Ich bin der Abendstern, und du
    Sollst meine Braut nun werden.

    Oh,komm, ich will dein blondes Haar
    Mit hellen Sternen kranzen,
    Du sollst im Himmel wunderbar
    Als schönster Stern erglanzen.“

    „Oh, du bist schon ,wie nur im Traum
    Ein Dämon anzusehen.
    Jedoch den Weg in deinen Raum,
    Den werde ich niemals gehen!

    Denn deiner Liebe Grausamkeit
    Verletzt mein armes Herze,
    Die großen Augen allezeit
    Verbrennen mich im Schmerze“

    „Wie willst du mich, steig ich herab?
    Kannst du denn nicht begreifen:
    Einst sinkst du sterblich in das Grab,
    Ich muss unsterblich scheinen.“

    „Gewählte Worte hab ich nicht,
    Wie soll die Rede gehen,
    Obwohl dein Mund verständlich spricht,
    Kann ich dich nicht verstehen.

    Doch willst du, dass ich dir vertrau,
    Steig zu mir auf die Erden,
    Soll ich dich lieben, deine Frau,
    Dann musst du sterblich werden.“

    Und soll ich die Unsterblichkeit
    Dem Kuss zum Opfer geben,
    So wisse du für alle Zeit:
    Ich lieb dich wie mein Leben.

    Wenn mich die Sünde neu gebar,
    Will dein Gesetz ich finden;
    An Ewigkeit gebunden zwar,
    Soll sie mich doch entbinden.“

    Dann geht er… Und nun ist er fort.
    Au Liebe und Verlangen
    Riss er sich los von seinem Ort,
    Wo er sonst aufgegangen.

    Doch Catalin geht aus und ein,
    Ein Page, schlau, gerissen,
    Die Glaser füllt mit gutem Wein
    Den Gasten er beflissen.

    Der Kaiserin vor ihrem Tross
    Darf er die Schleppe tragen,
    Ein Kind, unehelich, elternlos,
    Und kecle Blicke wagen;

    Hat Wangen, die wie Rosen blühen,
    Zum Teufel mit dem Jungen,
    Auf Catalina Blickt er kühn,
    Von ihrem Reiz bezwungen.

    Beim Donnerkeil! Wie schon ist sie!
    Nur keine Zeit verlieren!
    Los, Catalin, jetzt oder nie
    Magst du dein Glück probieren.

    Und sanft, So im Vorüberziehen,
    Umfasst er sie in Eile.
    „Was willst du, heda, Catalin?
    Du hast wohl Langeweile!“

    „Du sollst nicht immer traurig sein,
    Voll Ernst und nah dem Weinen.
    Sei fröhlich, gib im Morgenschein
    Mit einem Kuss, nur einem.“

    „Ach,was du forderst, weiss ich kaum,
    Geh fort, lass mir mein Bangen.
    Zum Abendstern im Himmelsraum
    Trage ich ein Tod verlangen.“

    „Und weißt du’s nicht, dann will ich fein
    Die Liebe dir beschreiben.
    Nur darfst du mir nicht böse sein
    Und musst hübsch artig bleiben.

    So wie man Schlingen legt im Wald
    Den Vögeln dort,den bangen,
    Leg ich den Arm um dich, und bald
    sollst du mich auch umfangen;

    Und deine Augen sollen noch
    in meine Augen sehen…
    Hebe ich dich an den Achseln hoch,
    So stell dich auf die Zehen;

    Neigt sich mein Antlitz deinem dann,
    Sollst du dein Antlitz heben,
    Wir schauen uns unersättlich an
    Solls du mich wiederküssen.“

    Erstaunt hört sie den Jungen ,ach,
    Und fühlt schön sein Begehren,
    Und schämt sich noch und gibt schon nach
    Und will sich doch noch wehren.

    Und sagt:“Als Kind in treuer Hut
    Konnte ich dich täglich sehen,
    Du wortgewandter Tunichtgut
    Konntest mir den Kopf verdrehen…

    Doch steig herauf ein Abendstern
    Aus des Vergessenes Leere
    Und ruckt den Horizont so fern
    Der Einsam-kühlen Meere.

    Dann senke ich die Wimpern sacht,
    Sie füllen sich mit Tranen,
    Die Wellen ziehen vorbei zur Nacht
    Zu ihm mit meinem Sehnen;

    Und seine Liebe hellt die Flur,
    Dass auch mein Schmerz verstreiche.
    Doch immer hoher steigt er nur,
    Dass ich ihn nicht erreiche.

    Mit traurig kalten Strahlen blickt
    Er aus der Welt der Sterne…
    Ich werde ihn lieben, un beglückt,
    Und ewig bleibt er ferne.

    Drum sind mir alle Targe wust
    Wie Steppen, doch das Dunkle
    Ist wie von seinem Glanz Durchsüßt,
    Undeutbares Gefunkel.“

    „Du bist ein Kind, ein Mädchen nur,
    Lass in die Welt uns rennen,
    Und bald verliert sich unsre Spur,
    Und niemand wird uns kennen,

    Wir Leben dann nach Menschen brauch,
    Klug, fröhlich unterdessen,
    Du wirst die Eltern bald und auch
    Den Abendstern vergessen.“

    Der Abendstern brach auf.Er lieh
    Sich Flügel, breit wie Fahnen.
    Im Augenblick Durchmassen sie
    Jahrtausend weite Bahnen.

    Sternhimmel wie bestickter Samt,
    Von allen Seiten flirrend-
    Wo er, ein Blitz,vorüberflammt,
    Durch alle Fernen irrend.

    Und aus des Chaos Talern sah
    Er rings in Breiten Wellen
    Ganz wie am ersten Tage da
    Empor die Lichter Quellen;

    Und wie sie quellen um ihn her,
    Umwogen ihn wie Meere…
    Fliegt er, den Sinn von Sehnsucht schwer,
    Bis alles sinkt ins Leere;

    Von keiner Grenze Weiss die Flucht,
    Kein Auge kann sie sehen,
    Wo auch die Zeit vergeblich sucht
    Aus Leeren zu enstehen.

    Das nichts ist da, ein Leeres Reich,
    Ein Durst, es aufzusagen,
    Ein Abgrund, dem Vergessen gleich,
    Das blind ist, ohne Augen.

    „Vom Fluch der schwarzen Ewigkeit
    Woll, Vater, mich entbinden,
    Gelobt seist du in aller Zeit,
    In Welten, die nicht schwinden;

    Oh, fordere von mir jeden Preis,
    Doch gib mir neu ein Leben,
    Du bist die Lebensquelle heiß,
    Du kannst den Tod auch geben;

    Nimm mir das Feuer aus dem Preis
    Und lass mich sterblich werden,
    Gib mir nur eine Stunde Glück
    Und Liebe auf der Erden…

    Einst aus dem Chaos Wunderbar
    Bin ich hervorgegangen…
    Zur Ruhe,die mich einst gebar,
    Ruft mich ein Tod verlangen.’

    „Aus tiefster Tiefe Drang dein Licht,
    Aus der die Welten kamen,
    Verlage Zeichen, Wunder nicht
    Ohne Gestalt und Namen;

    Du hast, lebendig dich zu sehn,
    Das Mensch sein dir erkoren?
    Doch mag der Mensch zugrunde gehn,
    Er wurde neu geboren.

    Die Menschen dauern, wie im Wind
    Die Illusionen schwellen-
    Aus wellen, die verflossen sind,
    Entstehen neue Wellen;

    Ein Glücksstern leuchtet ihrem Traum,
    Das Schicksal bringt Verderben.
    Wir haben weder Zeit noch Raum
    Und kennen nicht das Sterben.

    Und aus des ewigen Gestern Schoss
    Lebt, was zugrunde muss gehen,
    Die sonne, die verlöscht, wird groß
    Alls Sonne neu erstehen;

    Denn alles scheint nur aufzugehen,
    Um sich dem Tod zu geben,
    Es lebt, zum sterben ausersehen,
    Es stirbt, um neu zu leben.

    Du aber bist und dauerst fort,
    Wo immer du magst enden…
    So fordere du mein erstes Wort-
    Soll ich dir Weisheit spenden?

    Willst du, dass himmlischen Gesang
    Ich deinem Mund beschere,
    Dass Berge folgen deinem Gang
    Und Inseln aus dem Meere?

    Und willst du Recht und Macht zugleich
    In deinem Tun beweisen?
    Die Erde geb ich dir zum Reich,
    Sollst sie dein eigen heißen.

    Ich geb dir Schiffe, Mast an Mast,
    Und heere, zu durchjagen
    Das Land, die da kreist, zu sehn
    Dein künftiges Geschicke.“

    Und du willst sterben, sag, für wen?
    Geh, wende diene Blicke
    Zur Erde, die da kreist, zu sehn
    Dein künftiges Geschicke.“

    Er kehrt zurück an seinen Ort
    In himmeln, die nicht enden,
    Um heut wie gesten fort und fort
    Sein licht herabzusenden.

    Der Abend leise steigt herein,
    es will die Nacht beginnen;
    Der Mond lässt ruhig seinen Schein
    Schon übers Wasser rinnen

    Und füllt mit seinen feuer lind
    Die Wege in dem Haine.
    Und unter stolzen Linden sind
    Zwei Menschen ganz alleine:

    „Oh, lass, mein Haupt in deinem Schoss,
    Geliebte, ruhig liegen,
    Grand unter deinem Aug so groß
    Und deinen süßen Zungen;

    Mit deiner Augen Zauber schein
    Dringe tief in meine Seele,
    In meine Leidenschaften ein,
    Da ich mich nachlicht quäle.

    Und bleibe, bleibe über mir,
    Den Scherz mir zu vertreiben,
    Solls meine erste Liebe hier,
    Mein letzer Traum auch bleiben.’

    Der Abendstern sieht tief bewegt
    Ihr Antlitz sich erwärmen;
    Er hat den Arm um sie gelegt,
    Sie hält ihm in dem Armen…

    Ein Duft von Sirber bluten gar
    Weht sanft auf sie hernieder,
    Der Kindre langes blondes Haar
    Umschmeichelt immer weider.

    Sie sieht, von Liebe ganz berauscht,
    Den Abendstern dort stehen,
    Der ihren leisen Wünschen lauscht,
    Den Worten, die ihn flehen;

    „Steig nieder, du im Abendhauch,
    Mein Abendstern, steig nieder,
    Mein hell den Wald,mein Denken auch,
    Mein Gluck mir immer wieder!“

    Wie einst auf Hügeln, Wäldern weit,
    Kommt beben er gezogen
    Und fuhrt heran die Einsamkeit
    Auf leis bewegten Wogen;

    Docht stürtz er nicht wie einstmals wild
    Ins Meer, der weite Wandrer:
    „Was macht es dir , du Lehmgebild,
    Ob ich’s bin, ob ein anderer?

    In eurem Kreise, eng umstellt,
    Mögt ihr das Glück begreifen,
    Ich aber, hoch in meiner Welt,
    Muss kalt, unsterblich schweifen“.

    http://www.estcomp.ro/eminescu/abendstr.html

    C.U. und bleibt cool together.
    Miamicool.

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