Verfasst von Wyatt Earp am 4 Mai, 2008
Fällt uns richtig schwer diese Woche, mit einer guten, lockeren Nachricht anzufangen. Denn was da im Horrorhaus (nein, ich meine ausnahmsweise mal nicht Lycos) im österreichischen Amstetten passiert ist, drückt massiv auf das Gemüt.
Und dass die Nachbarn nun sagen, der F. sei eine Drecksau, die man steinigen müsse, hilft auch nicht weiter. Anstatt jetzt zu fluchen, hätten sie vielleicht früher besser aufpassen sollen.
Mecklenburg -Vorpommern, klare Kante an der Küste. In Schwerin haben die Bürger ihren Oberbürgermeister zum Teufel gejagt, weil die Stadtverwaltung den Tod der fünfjährigen Lea-Sophie erst nicht verhindert und dann die Aufklärung behindert hat. Im November 2007 war das Mädchen in der elterlichen Wohnung verhungert. In der Schweriner Stadtverwaltung soll es überhaupt zeitweise ziemlich drunter und drüber gegangen sein; so habe dessen Präsident einer Prostituierten seinen Dienstlaptop als Pfand überlassen. Ob das eine neue Art von Flaschen-Pfand sein sollte, und wer oder was dann die Flasche war - wir wissen es nicht.
Die Republik ist irgendwie schwer konspirativ drauf, im Moment. Nein! Ich meine nicht die Verfassungsschutzklage gegen Lycos, auch nicht die Großdemonstration in Gütersloh. Der BND liest den E-Mail-Verkehr einer Spiegel-Reporterin. Gut, die Jungs wollten halt einfach nicht auf das nächste Heft warten. Und vor der nächsten VW-Aufsichtsratssitzung fand Porsche-Chef Wiedeking in seinem Hotel ein Babyphone. Nahe am Sofa (Ja Sofa, kein Ironsofa) - der große Flausch-Angriff, sozusagen. Ob da etwa die „Jüngsten” von Woti dahinterstecken? Wir wissen es nicht!
Angela Merkel ist diese Woche in die Schweiz geflogen. Wer plärrt da: „Vielleicht wollte sie ihr Schwarzgeld besuchen?” Pfui Teufel, so eine Unterstellung. Doch nicht unser aller Kanzlerin. Die ist ehrlich, das sieht man auf den ersten Blick, und seit Neuestem ist sie auch optisch transparenter geworden. Wir erinnern uns; Abendkleid, Opernbesuch. In Norwegen. Das Dekolleté das aus der Kälte kam.
Generell müssen wir ein bisschen aufpassen auf die Kanzlerin. Als sie in Aachen den Karlspreis bekam, hat sich der kleine französische Präsident bei seiner Laudatio fast überschlagen: „Wir sind ein harmonisches Paar.” Mein Hund Barclay meint, dass er solche Sprüche von Sarkozy früher schon gehört habe. Oder verwechselt er da nu etwas mit Lycos? Da sei es um Cécilia gegangen, und dann um Carla Bruni.
„Die Nachbarsfrau war nicht mehr Frau R., sondern eine bösartige heimtückische Hexe mit einer farbigen Fratze.” Gut. Manche von uns kennen das aus Lycos, und da hilft dann auch kein Abendkleid mehr. Das Zitat stammt aber vom Schweizer Albert Hofmann, der damit seinen ersten LSD-Eigenversuch beschrieb. Jetzt ist Hofmann gestorben. Mit 102. Nein, wir wissen nicht, wo es das Zeug zu kaufen gibt, wer es auf welcher Plattform wann nimmt und diese dann - Gott bewahre - auch so alt werden, und: Ja, es hat böse Nebenwirkungen und ist sicher auch irgendwie illegal.
„Egal, wie reich ein Mensch ist, noch mehr Geld macht ihn meist noch glücklicher”, haben Betsy Stevonson und Justin Wolfers von der Universität of Pennsylvania herausgefunden. Das widerspricht keineswegs der alten Weisheit, wonach Geld alleine nicht glücklich macht: Nein, es müssen schon ein paar Goldreserven, vernünftige Aktien und Immobilien hinzukommen.
Womit wir bei Roman Abramowitsch wären, dem der Londoner Fußballclub FC Chelsea gehört. Also etwa das Modell Dietmar Hopp/TSG Hoffenheim (Nein! Nicht UNSER Didi!) in einer etwas ärmlicheren Variante. Abramowitsch ist ein sogenannter Oligarch, das heißt: Reich geworden ist er dank dem lupenreinen Diamanten… Pardon: Lupenreinen Demokraten Putin. Abramowitsch, so lesen wir, baut sich das teuerste Privatahaus Großbritanniens. 190 Millionen Euro, acht Stockwerke, drei davon unter der Erde, womit wir den Begriff „unterirdisch” in ganz neuem Lichte sehen.
„Schatz, ich möchte auch mal 190 Millionen Euro”, höre ich da den Schrankdackel schon rufen. „Erst wenn ich unter der Erde bin”, sagt‘s da der Schvvarze Peter. Ja! Ich sehe schon, einige User wünschen dem Schrankdackel nun schnellstens 190 Millionen.
Aber vielleicht versteckt sich das Glück ja auch hinter ganz einfachen Dingen. „Die Klobürsten (Nein! Hier sind nicht die Tastaturen gemeint!) hängen ordentlich nebeneinander, die verletzungssicheren Parmesan-Reiben stehen adrett im Regal.” So ist es gut, umgekehrt wäre es aber auch in Ordnung. Wir lasen das am Dienstag in der Süddeutschen Zeitung, und es geht um einen Stand auf der sogenannten Auer Dult, einer Art Verkaufsmarkt auf dem Münchner Mariahilfplatz.
München und Mariahilfplatz, welch ein Wort, und warum hilft diese Maria nicht mal den bayrischen Knorzen Sofi und Didi? Wahrscheinlich war es dann so, dass die Akteure des rumreichen… ähm, ruhmreichen FC Bayern München zwar auf der Auer Dult waren, sich am Donnerstag beim Spiel in St. Petersburg (Putin! Gazprom!) aber in puncto Ordnung überhaupt kein Beispiel an den Klobürsten nahmen, vor allem in der Hintermannschaft (was für ein Wort in diesem Zusammenhang) und deshalb untergingen. Mariahilf!

Wyatt Erap meint: *peng peng* Nicht immer ist Maria’s Hilfe zur Stelle, drum helft Euch selbst, bevor alles in Trümmern liegt.
Dieser Eintrag wurde erstellt am 4 Mai, 2008 um 8:06 Uhr nachmittags und ist abgelegt unter Humor, Nachrichten, News der Woche, Satire.
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