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Weblog-Archiv für 29. Mai 2008

Kreativer Maler: Der Fehlstart

Verfasst von miamicool am 29 Mai, 2008

Des Öfteren in der Vergangenheit war auf einem Blog der für Boden-Reiniger wirbt, von angeblichen „kreativen Malertätigkeiten“ des Users SchVVarzer Peter zu lesen. Eine deutlich erkennbare Ironie in den entsprechenden Artikeln des „Bodenreinigers“ legte bei uns die Vermutung nahe, dass es bei diesem „Kreativkünstler“ möglicherweise nicht mit rechten Dingen zugehen könnte.

Also nahmen wir es uns zur Aufgabe, den Mutmaßungen etwas näher auf den Grund zu gehen.

Die Büroräume unserer Redaktion hatten schon lange einen Schönheitsanstrich verdient, genau genommen wurde in den 150 Jahren noch nie renoviert. Mit viel Mühe und Überredungskunst gelang es auch, unseren Chef Wyatt Earp von der Notwendigkeit eines neuen Farbkleides für die Wände zu überzeugen.

Also wählten wir die in der Homepage angegebene Nummer dieser „Kreativkünstler“ und verlangten direkt den SchVVarzen Peter zu sprechen.

Der SchVVarze Peter sei auf einer Baustelle piepste uns eine verschlafene Stimme ins Telefon. Schon hatte ich ein schlechtes Gewissen so früh morgens angerufen zu haben, schließlich war es fast noch Mitternacht… erst halb zehn in Deutschland. Darf man da schon Handwerker stören?

Aber noch bevor ich mich für die frühe Störung entschuldigen konnte, bot mir die Piepsstimme an, einen Termin zur Besichtigung des „Bauvorhabens“, wie sie unsere Redaktionsräume nannte, zu vereinbaren.

„Wäre nächsten Dienstag um 11 Uhr zu früh?“ fragte ich vorsichtig.

„Nein ist nicht zu früh, das geht in Ordnung, da hat der Chef noch keinen Termin“ ließ mich die Piepsstimme direkt wissen.

„ Mainz, Lycosia City, Wyatt-Earp-Straße 111, Miamicool, so sollten sie mich finden“ beschrieb ich die Adresse langsam und deutlich“.

Meinen Versuch einer Erklärung, wie und wo der „Chef“ denn unsere Redaktion finden würde, unterbrach sie schon im Ansatz mit den Worten „kein Problem, der Chef hat ein Navi, ein iPhone mit Navi , ein Sub-Notebook mit Navi und einen Laptop mit Navi, bis heute hat er noch alles gefunden“.

„Fein, dann also bis nächsten Dienstag“ sagte ich und legte auf.

Früher kamen die Maler mit Eimer, Pinsel und Rolle, wie die Zeiten sich doch ändern sinnierte ich so vor mich hin, während ich bequem in meinem Bürostuhl hängend, Beine auf dem Schreibtisch, vermutlich einen der letzen Blicke auf die vom Zigarettenqualm vergilbten Wände warf.

Dienstag 10:55 Uhr

Wyatt, Leroy Croce, Wei§§er Peter, unser Nesthäkchen Jolly Jumper und auch meine Wenigkeit, Miamicool, alle standen wir gespannt hinter den Jalousien, die Fenster beschlugen von unserem Atem, so dicht drängten wir uns vor ihnen um ja nicht zu verpassen, wer da nun in welchem Outfit und Fahrzeug erscheinen würde. Sogar Hartmut Jeremiah Bullfrog und Elisabeth waren erschienen um diesem Ereignis beizuwohnen „ Der Maler könnte ruhig öfters kommen“ brummelte ich leise vor mich hin, ob der Tatsache, dass die sich nun neugierig vordrängende Jolly Jumper mir ihre „Weichteile“ schon fast über die Schulter legte.

11:05

Noch keine Spur von einem Maler, aber keiner wagte auch nur einen Moment seine Blicke weg von der Straße zu richten.

11:20

Unsere Nervosität wich langsam schon leichten Aggressionen, eben der Tatsache, dass dieser Mann offensichtlich rein gar nichts von Pünktlichkeit hält. Sollten die Vermutungen des Bodenreinigers am Ende doch stimmen?

11:28

Das Telefon klingelt. Jolly rennt sofort hin.

„Lycosia City, Jolly Jumper“ meldet sich unsere Jolly kess.

„Ja Hallo, hier SchVVarzer Peter, wir haben einen Termin um 11 Uhr…“

„Hatten, mein Lieber, HATTEN, es ist schon fast 12 Uhr“ unterbricht ihn Jolly wie immer leicht übertreibend.

„Ja ich weiß, tut mir auch wirklich leid, aber ich finde die Straße nicht…“ grummelte er ins Telefon.

„Ich denke sie haben ein Navi, ein iPhone und den Kofferraum voller Notebooks“, unterbricht ihn Jolly wieder, ironisch wie wir sie ja alle kennen.

„Ja sicher, aber mein Navi kennt die Straße nicht“ erwidert ein verzweifelt klingender SchVVarzer Peter.

„Die Wyatt Earp Straße kennt doch jedes Navi, haben Sie den Namen denn richtig eingegeben“ hinterfragt Jolly.

„Klar doch, wie man es spricht. Moment ich buchstabiere: W E I D – Ö R B – S T…“

„Stopp, Stopp“ unterbricht Jolly laut lachend um dann fortzufahren: „Im Kiro-Modus finden Sie die Straße nie. Ich werde sie hierher navigieren, wo befinden Sie sich denn im Augenblick?“

„Moment, ich schaue mal… Mmmhh… ich befinde mich Ecke Ocean Drive/Patricia Cornwell Avenue, gegenüber der Miami Sunset Senior High School, müsste im Süden der Stadt liegen…“

„Halt, halt, halt… von welcher Stadt reden sie denn?“

„M I A M I, W E I D – Ö R B – Straße, so wie Ihr Mitarbeiter uns das am Telefon durchgegeben hat!“

Jolly bekommt fast kein Wort mehr über die Lippen vor lauter Lachen und schafft es gerade noch zu sagen: „Moment, ich gebe Ihnen da mal besser Leroy Croce“.

„Leroy geh Du bitte mal ans Telefon, entweder hat der SchVVarze Peter `nen Clown gefrühstückt oder er ist doch einer von Yahoo Clever“.

„Hallo, hier Leroy Croce, Sie sind in Miami, was suchen Sie denn DORT?“

„Lycosia City, wir sollen diese Stadt anstreichen“ antwortet SchVVarzer Peter mit leichtem Singen in der Stimme.

„ Nun hören sie mal gut zu, wir befinden uns hier in Mainz“ ein wenig lauter „DEUTSCHLAND, unsere Redaktion nennt sich Lycosia City und anstreichen sollen sie allenfalls 4 Wände“ entgegnet nun Leroy leicht genervt.

„Aber meiner Frau sagten Sie am Telefon, Lycosia City in Miami“ klang es leicht verzweifelt am anderen Ende der Leitung.

„Ist der Schrankdackel Ihre Frau“ fragte Leroy nun höflich.

„Ja“ antwortete SchVVarzer Peter

„Dann hören Sie jetzt mal gut zu, legen Sie sich besser einen Anrufbeantworter zu und sperren Sie den Dackel vor dem Verlassen Ihrer Büroräume in den Schrank, wo er hingehört. Das erspart Ihnen solche Peinlichkeiten“ führte Leroy ruhig fort.

„Mmmhh… für vier Wände habe ich mir extra einen Fallschirm gekauft und die Strapazen dieses langen Fluges auf mich genommen, das darf doch nicht war sein“ hörte man SchVVarzer Peter nun noch verzweifelter stöhnen.

„Nehmen sie einfach den nächsten Flieger nach Deutschland und wenn Ihnen während des Fluges langweilig wird, klappen Sie Ihr Notebook auf, gehen ins Internet und schauen mal bei Lycosia City rein. Bei einem Nachtflug nach MEZ empfehle ich Ihnen Lycos IQ, nachts finden Sie dort noch größere Deppen wie sie es sind“ empfahl Leroy nun unserem Malerhelden.

Ich konnte es mir nicht verkneifen noch aus dem Hintergrund zu rufen „Aber geben Sie acht, dass Sie keinen Kaffee in die Tastatur schütten.“

Natürlich hat unser Malerheld es irgendwann doch noch geschafft zu uns zu finden. Was dabei so alles passierte, erzählen wir Euch demnächst.

Bis dahin allen noch viel Spaß hier auf unserer Seite und bleibt COOL ;-)

Euer Miamicool

Veröffentlicht in Geschichten, Humor | 56 Kommentare »