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Weblog-Archiv für 31. Mai 2008

Lycosia NEWS

Verfasst von SchVVarzer Peter am 31 Mai, 2008

Der Sommer ist zurück und sorgt für heftige Gewitter in unserer Republik!

Unsere Stammleser werden es natürlich sofort ahnen, der heute Nacht beginnende meteorologische Sommeranfang muss damit nicht zwangsläufig gemeint sein, auch wenn dieses Wochenende tatsächlich von Donner und Blitz begleitet sein soll.

Denn wer diese Woche richtig abgehört… ähm, zugehört hat, weiß es längst.
Bei der Deutschen Telekom – das sind die mit dem schönen Magenta im Logo, Radsportfreunden besser als ehemaliger Sponsor der „Tour de la Pharmacie“ bekannt – ist derzeit Summertime.

Die Telekom spitzelte schon unter Ron Sommer, war diese Woche überall zu lesen… zumindest in Zeitungen und seriösen Nachrichtenportalen des Internets. Bei T-Online Nachrichten suchten wir vergeblich nach Informationen zu diesem Thema. Dem „Team Telekom“ absichtliches Unterschlagen solch brisanten Informationen zu unterstellen wäre sicher sehr böse.

Also unterstellen wir es der Telekom einfach!

Vielleicht aber, wenn man dort alle Wanzen eingesammelt hat, wird sich auch wieder Zeit für sauberen Journalismus finden.

Aber zurück zur traurigen Wahrheit.

Viel früher als bislang eingeräumt, soll die Deutsche Telekom Journalisten bespitzelt haben, um Lecks in der Konzernkommunikation aufzudecken. Im Visier der Bespitzelungen: ein Reporter der „Financial Times Deutschland“. Die Bonner Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Telekom eingeleitet.

Diesen Spitzelauftrag im Jahr 2000 habe ein Mitarbeiter vergeben, der später zum Leiter der Telekom-Konzernsicherheit aufgestiegen sei. Unklar ist nach Angaben der Zeitung aber, in wessen Auftrag er gehandelt habe. Vorstandschef war damals Ron Sommer.

Und wieder mal hat der Konzern einen massiven Ansehensverlust erlitten.

Top-Manger sprechen gerne von „Unternehmenskultur“. Doch was sich nun am Beispiel Deutsche Telekom zeigt, ist das glatte Gegenteil.

Nun müssen wir uns generell – also nicht nur auf den aktuellen Telekom-Fall bezogen – fragen: „Wie kommt es zu solchen Entwicklungen, was bewegt Führungskräfte zu Handlungsweisen von denen sie selbst wissen müssten, dass sie auf jeden Fall moralisch verwerflich, möglicherweise sogar kriminell sind“?

Bei dem ständig steigenden Erfolgsdruck in den Unternehmen wird die Zahl derer, die dank ihrer menschlichen und fachlichen Qualitäten diesem Druck – mit legalen Mitteln – standhalten können, offenbar immer kleiner.

Neuere Expertenstudien gelangen hier zu der Einschätzung, dass in Chefetagen mehr und mehr „Spitzenkräfte“ Einzug halten, die diesen Namen nicht verdienen und in solchen Positionen aber mal gerade gar nichts zu suchen haben.

Zu meiner Studienzeit nannte man solche „Kapazitäten“ Nieten in Nadelstreifen!
Die Geldgier kommt in vielen Fällen natürlich auch noch hinzu.

Soweit es aber um den Vorwurf der „Bespitzelung“ geht – auch hier ist telekomübergreifend die Rede – muss man unweigerlich das derzeitige politische Klima mit in die Rechnung aufnehmen.

Es ist geprägt von einem Bundesinnenminister, für den Online-Durchsuchungen und Lauschangriffe – noch vorsichtig formuliert – in erster Linie eine prima Sache sind, und der dann immer erst vom Bundesverfassungsgericht darauf hingewiesen werden muss, dass es doch tatsächlich auch in unserem Land, wenigstens so etwas Ähnliches wie Datenschutz gibt.

Diese Republik hat vor gar nicht allzu langer Zeit mit ansehen müssen, dass der Bundesnachrichtendienst in höchst dubioser Art und Weise Journalisten abhörte.

Und da ist nun beileibe nicht von „Lycosia-, Olymp-, oder Sofix-Journalisten die Rede.

Immer mehr Unternehmen gehen offenbar dazu über, sicherheitsrelevante Angelegenheiten selbst zu regeln und den Staat rauszuhalten.
„Was die können“, mögen sich Telekom-Verantwortliche gesagt haben, „können wir schon lange“.
Telekom braucht keinen BND. Telekom macht das selbst. Hotline mal ganz anders.
Jetzt da die Staatsanwaltschaft strafrechtlich ermittelt, sehen wir den Begriff „Telefon-Zelle“ unter ganz anderer Perspektive.

Übel das! Vom BND, von der Telekom und von allen anderen.

Unsere Privatsphäre und persönlichen Daten genießen in etwa die gleiche Sicherheit wie ein Blitzableiter auf einem Hochhaus beim Sommergewitter.

Schwitz… das war aber nun ein Verbalakt wieder auf den Sommer zurückzukommen.

Und da ein Sommer noch lange keine Schwalbe macht…sorry, das mit der Schwalbe gehört weiter unten in den Artikel zu Jodel Jogis Fußballern.

Wo waren wir nun stehen geblieben?
Ach ja, ein Sommer kommt selten allein.

Die Vertreter der Arbeitnehmer im Telekom-Aufsichtsrat kündigten am Donnerstag in Berlin eine Strafanzeige gegen das Unternehmen und Unbekannt an, teilte DGB-Chef Michael Sommer als Mitglied des Telekom-Kontrollgremiums mit.

Die Gewerkschaften hegen offenbar die Vermutung, dass nur ihre Mitglieder im Altersheim… ähm, sorry, Aufsichtsrat und nicht die der Anteilseigner ausgespäht worden seien.

Viel Sommer also um das gerne zitierte Sommerloch auszufüllen.

Apropos Altersheim! Für Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt kommt ein Leben im Altersheim nicht infrage. „Ich persönlich würde es nicht tun, ich muss es auch nicht. Aber meine Frau würde es tun, falls sie allein bliebe“, sagte Schmidt im Interview mit der von ihm herausgegebenen Wochenzeitung „Die Zeit“.

Für die Lycosia City-Redaktion sind die Gedanken dieses von uns hoch geschätzten und großen Staatsmannes durchaus nachvollziehbar. Jemand mit gesundem Menschenverstand möchte NIE wieder in den Bundestag, wenn er schon einmal dort war.

Im Übrigen dürften die meisten unserer „Volksvertreter“ in Berlin recht alt aussehen neben dem geistig junggebliebenen Alt-Kanzler und seiner Frau Loki.

Ja, was wäre der Mann schon ohne Frau?

So ist es dann auch kein Zufall, dass wir just in dieser Woche eine Meldung fanden die mit den Worten „Leiden“ beginnt und die davon handelt, dass erstmals das Erbgut (Gen-Sequenz) einer Frau entziffert worden sei.

Mit „Leiden“ ist aber nicht etwa der Niederländisch-Deutsche Bildhauer Niclaus von Leyden gemeint, der schreibt sich ja auch ganz anders. Leiden ist eine Stadt in den Niederlanden, also da waren unsere kleinen Erbgut-Tulpenknicker am Werk. Passt alles. Leiden bei der Entzifferung des Inneren einer Frau, ja.

Es ist ihnen darum gegangen, mehr Einsicht in die genetischen Unterschiede zwischen Mann und Frau zu gewinnen, haben die Forscher erklärt.

Der Unterschied zwischen Kurt Beck und Andrea Nahles – jene Kuckucks-Nahles die ein Schwanenei in den Horst legen möchte , wir berichteten – besteht bestenfalls darin, dass er einen Bart hat und sie in der SPD das durchsetzt, was er sich nicht wagt. Vielleicht können manche Männer von manchen Frauen ja tatsächlich lernen wie man Pläne hammerhart durchsetzt.

„Mein lieber Schwan“ wäre man da mal wieder geneigt zu sagen.

Aber den Schwan hatte Wyatt Earp ja letzte Woche schon gesattelt, im Gegensatz zu dem Saarbrücker Ministerpräsidenten Peter Müller, der doch diese Woche tatsächlich meinte „Es wird einsam im Sattel, wenn das Pferd das man reitet tot ist“ Booaah, der Mann sollte mal nach Lycosia City kommen und Jolly reiten, danach weiß er erst wirklich, was es bedeutet täglich ein totes Pferd reiten zu müssen.

Nun wissen wir ja spätestens seit Oskar Lafontaine, dass der Saarländer als solcher in seinem tiefsten Inneren ein verklärter Romantiker ist. Aber dass man die Auffassung, die Große Koalition in Berlin sei am Ende, derart lyrisch verpacken kann – Respekt. Womöglich überlegt Herr Müller, ob die Sache gut ausgeht und Horst Köhler mit Angela Merkel so ähnlich wie in John-Wayne-Filmen, gemeinsam in einer Kutsche, gezogen von einem braven Rappen namens Guido, in den Sonnenuntergang fahren… oder in sonst einen Untergang.

Aber so manchem bleibt der Untergang ja auch erspart.

Sich vor dem Fernseher zurücklehnen und den Sommer unbeschwert genießen können die „jungen Wilden“ Marko Marin, Patrick Helmes und Jermaine Jones, jene drei Kandidaten die unser Jodel Jogi vor zwei Wochen bei der Kader-Präsentation noch aus dem Hut gezaubert hatte. Sie sind nun bei der endgültigen Nominierung des deutschen EM-Aufgebotes durchs Rost gefallen.

Das viel beschworene Leistungsprinzip führte Jogi selbst ein wenig ad absurdum, in dem er das Trio trotz hervorragender Leistungen während des Trainingslagers auf Mallorca nach Hause schickte, gleichzeitig aber an Tim Borowski festhielt, obwohl der Bremer durch eine Grippe lange außer Gefecht gesetzt war und es äußerst fraglich erscheint, ob er rechtzeitig bis zum EM-Start wieder auf die Beine kommt.

Es hat fast den Anschein, als hätten die Streichkandidaten schon auf der Zugspitze festgestanden.

Die Lycosia City-Redaktion meint: Abwarten Jungs, wer die wahren Gewinner sind zeigt sich spätestens am Ende des Turniers.

Um den Sommerkreis zu schließen hier noch etwas Interessantes aus dem Jahre 1970.

Dr. Martin Goldstein, Arzt, Psychotherapeut und Religionslehrer, besser bekannt unter dem Pseudonym „Dr. Jochen Sommer“ meinte im Sommer 1970 in einer Ausgabe der BRAVO auf die Frage des jungen Bravo-Lesers Matthias Z. „Ich werde von den Mädchen nicht beachtet und die Jungs wollen auch nichts von mir wissen. Kann es daran liegen, dass ich Pickel habe“ „Lieber Matthias, Deine Akne ist nur vorrübergehend und wird nach der Pubertät wieder verschwinden, bringe doch Deine Stärken besser zu Geltung. Dein Brief zeigt mir, dass Du Dich sehr gut ausdrücken kannst. Vielleicht solltest Du Dir überlegen für Eure Schülerzeitung zu schreiben“.

Nun wissen wir es also, der junge Matthias kaufte sich ein senffarbenes Sakko und wurde für seine Schülerzeitung tätig. So werden große Blogger geboren!

Also liebe Leser genießt den Sommer, schließlich gilt er auch als die Jahreszeit der gesteigerten Lebensfreude, bis nächste Woche,

Euer Wyatt Earp

Veröffentlicht in Humor, News der Woche, Politisches | Kommentar schreiben »