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Weblog-Archiv für 5. Juni 2008

Fußball mal anders…*:-)

Verfasst von SchVVarzer Peter am 5 Juni, 2008

Noch zwei Tage, dann ist es soweit.

Vor den TV-Geräten und auf den Straßen wird es Lauth und es entwickeln sich wahre Hitzfelder… die Fußball-Europameisterschaft hält Einzug in die deutschen Wohnzimmer.

Alle hoffen, die deutsche Mannschaft möge sich in einen Rausch spielen, werden sie dann aber Lahm wie Ziege über die Wiese hoppeln, ist der Fan mal wieder das dumme Schaaf und der ein oder andere Streit wird für Risse in der Familie sorgen, wenn der Ball mal wieder nicht in den Netzern zappeln will.

Nicht jeder Kahn diese Hysterie verstehen, erst recht nicht, dass sich da 22 Mann um einen Rauball streiten und nach so mancher Regenschlacht Lehman den Trikots haben, oder einfach nur wie durch den Cacau gezogen aussehen.

Abel mancher ist ja auch Schlaudraff, packt sich sein Meißner-Geschirr, Brot, Rama und da Silva-Besteck und geht unter die Fischer zum Angeln, vielleicht beißt ja wenigstens ein Butt an, muss ja nicht gleich ein Del`Haye sein.

Ich Kennedy meisten Ballakrobaten leider nicht, auch habe ich keinen Funkel Ahnung von den Rehhageln, so dass ich das Geschehen eher Dum wie ein Ochs verfolge.

Quasi als Neuer könnte man glatt einen Koller bekommen, wenn einen die anderen nur mitleidig belächelnd als „Neururer“ bezeichnen. Vielleicht sollte ich mir besser gleich einen Rausch antrinken, noch besser einen ganzen Bierhoff hinter die Binzen gießen und einfach nur Lauth grölen, dann wäre ich aus dem Schneider, der Beer wär` los und kein Freund bemerkt, dass ich nicht vom Fach bin

Auf jeden Fall Merk ich mir schon mal den Termin des Finales, falls sie doch mit dem Pokal van der Vaart nachhause kommen. Sollte es wirklich so Doll kommen, Klopp ich beim Bischof an die Tür und bitte ihn den Klöckner die Glocken läuten zu lassen und sich bei der heiligen Maradonna zu bedanken, Zidan weiter zu den anderen Fans und trinke mit ihnen Puschkas bis ich einen Klose im Hals habe.

Abel bis dahin ziehe ich mich erst mal in meine Schöne Herberger zurück, brate mir Imhof einen Adler, aber Immel schön vorsichtig, da beim letzen mal ein Funkel flog und meine Hildebrand.

De Jongste ist meine Hilde ja nicht mehr, a bisserl Krankl ist sie auch und Schimpfen tut sie immer mit mir, weil sie meint ich wäre ein Macho. Dabei habe ich doch nur mit di Natale und Quagliarella einen de Rossi getrunken… aber meine Hilde meinte gleich wieder ich wäre auf der Materazzi gelegen und hätte nun einen Tripper oder Jancker mitgebracht. Schweinsteiger tut sie mich deswegen sogar schon Rouffen.

Mein Freund Henry, das ist der Franzose van der Sar, kann das bezeugen. Aber nein, sie musste mir ich ja gleich an`s Bein treten, so ein richtiger Beenhakker, dass ich tagelang nur noch Wimmernd durch unsere spanische Villa Robben konnte, sogar heute laufe ich noch, als hätte ich ein Hölzenbein.

Zum Glück traf sie mich nicht weiter oben, sonst hätte ich noch zum Beckenbauer gemusst, wäre das Beinlich gewesen. Sie geht zwar manchmal ganz schön Rahn, aber im Grunde ist meine Hilde eine Seeler von Mensch, eine richtige Pele eben, nur Babbeln tut sie ein bisschen viel.

Wenn wir den Titel holen, lasse ich mir auf jeden Fall einen Neubarth wachsen, höre mir die Matthäuspassion an und gebe mich der Völlerei hin, bis dahin verbleibe ich,

Euer Marschall Wyatt Earp

Veröffentlicht in Fußball-EM 2008, Geschichten, Humor | 24 Kommentare »

Gesäß-Violine der Woche – Der (Milch) Kuhhandel

Verfasst von SchVVarzer Peter am 5 Juni, 2008

Kaum etwas wird mit richtiger Ernährung und Gesundheit dermaßen gleichgesetzt wie ein Glas Milch, auch wenn viele Millionen Menschen selten oder nie die Chance haben in den Genuss dieses Lebensmittels zu kommen. Umso schwerer fällt es uns unter diesem Aspekt Milch als ein Produkt wie jedes andere anzusehen. Aber genau das ist die Milch!

Sogar Wyatt Earp als leidenschaftlicher Whisky-Trinker teilt diese Meinung.

Das bedeutet, Herstellung und Vertrieb unterliegen – jedenfalls im freien Teil dieser Welt – dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Und genau deshalb versuchen die Bauern derzeit, die Molkereien zu blockieren. Wird nicht angeliefert, kann nicht produziert werden, es entsteht also eine Verknappung und die wiederum treibt die Preise hoch, lautet die an sich folgerichtige Überlegung.

Nur hat die Sache einen Haken: Es sind gar nicht die Molkereien, die die Preise diktieren, sondern es ist der Handel – und der ist nicht nur mächtig, sondern auch enorm flexibel.

Bevor er dem Kunden, der beim Milchpreis hochsensibel reagiert, 10 Cent pro Liter mehr abverlangt, wird er alles versuchen, seine Angebotslücken durch Zukauf, zum Beispiel im Ausland zu decken.

Was wir derzeit erleben ist also ein Machtkampf, den die Milchbauern, zumindest mit Gewalt, nicht gewinnen können.

Die Blockaden der Molkereien sind zwar spektakulär, aber damit schneiden sie sich tief ins eigene Fleisch. Denn rund 75 Prozent der milchverarbeitenden Betriebe sind Genossenschaften, sie gehören also den Bauern selbst.

Helfen würde, zumindest theoretisch, eine deutliche Verringerung der Produktion, doch das würde für viele Bauern noch schneller das wirtschaftliche Aus bedeuten. Denn nur ab einer bestimmten Größe lohnt sich die Bewirtschaftung eines reinen Milchbetriebes. In der Praxis würde sich aber auch hier der Handel ganz schnell neue Quellen suchen. Denn bezahlbare Milch ist und bleibt ein ganz wichtiger Faktor in seinem Angebot. Am Ende wird es zwar sicher einen Kompromiss geben, denn der Import von Milch kostet immer etwas mehr als die Ware vor Ort einzukaufen. Die grundsätzlich missliche Lage der Bauern hierzulande, wird aber dadurch nicht wesentlich verbessert.

Im Jahre 1962 bekam ein Landwirt für einen Liter Milch 65 Pfennig (umgerechnet circa 33 Cent). Ein halbes Jahrhundert später bekommt der Landwirt immer noch nicht mehr.

Man muss also Verständnis für Bauern haben, denen es wirklich dreckig geht, da muss was getan werden. Meine Frage dazu: Warum geht es den Bauern in benachbartem Ausland nicht dreckig? Die politischen Rahmenbedingungen (ich rede von Steuern, nicht von Subventionen) sehen in diesen Ländern anders/besser aus. Dennoch haben Milchbauernverbände aus den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Belgien, Luxemburg und Teilen Frankreichs ihre Unterstützung zugesagt.

Aber wer sollte das Ziel der Bauern sein: der Handel, die Milchverarbeiter oder Frau Merkel und Konsorten?

Der Handel sitzt am längeren Hebel, und dies nicht nur bei den Molkereien und Bauern.

Da macht`s auch nicht die Milch, aber eine Gesäß-Violine ist uns dieser „Kuhhandel“ allemal wert.

Veröffentlicht in Diskussionen, Gesäß-Violine, Politisches | 3 Kommentare »