Die acht Mannschaften der Gruppen A und B hatten wir uns ja gestern schon etwas näher betrachtet, einen Favoriten für den EM-Titel fanden wir darunter aber nicht wirklich, was sich aber mit der Gruppe C – der sogenannten „Todesgruppe“ – ändern soll.
Hier sieht sich das Who is Who des europäischen Fußballs – man könnte sogar sagen des Weltfußballs – versammelt, eine kleine kontinentale Verschiebung Brasiliens und die Elite wäre perfekt.
Da werden es die spielstarken Rumänen um ihren Star Adrian Mutu nicht einfach haben.
Der Rumäne aus Florenz ist mein Geheimtipp, ihm traue ich zu, dass er alle Experten überrascht, aber ob eine Schwalbe für einen rumänischen Sommer ausreichen wird… wir werden sehen.
Nach einer souverän absolvierten Qualifikation werden die Rumänen zu den Geheimfavoriten gezählt. Eine Rolle, die sie schon öfters inne hatten. Nur gebracht hat es ihnen nichts.
Auch diesmal stehen die Zeichen nicht gut für die Südosteuropäer. Vielleicht können sie einen der drei Top-Gegner ärgern. Aber ob Rumänien, trotz überzeugender Tests die Konstanz hat, um die „Todesgruppe“ zu überleben, muss bezweifelt werden.
Zumindest dürfen wir von den Nachfahren Graf Draculas nicht so ein blutarmes Auftreten erwarten, wie wir es von den Italienern aus den Vorrunden großer Turniere gewohnt sind.
Auf die Frage „wer wird denn nun Europameister“ würde unser Frankfurter Heintje, Andreas Möller sicher cool und mit der Erfahrung eines Weltenbummlers antworten „Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!“
Und ganz so falsch würde Mister Atlas mit seinem Tipp sicher auch nicht liegen, zwar sind die Italiener mit durchschnittlich fast 29 Jahren das älteste Team der EM, aber um es mi den Worten von Sofit… pardon, Lothar Matthäus zu formulieren „sie sind eine gut intrigierte Truppe“.
Wie bei der WM gezeigt, sind die Italiener immer dann besonders stark, wenn es in entscheidende Spiele geht. Da kommt ihnen die „Todesgruppe“ natürlich sehr gelegen. Die Gefahr von unkonzentrierten Auftritten der „alten Männer“ um Bayern-Star Luca Toni besteht da nicht.
Allerdings dürfen wir von den Italienern frühestens ab dem Halbfinale wirklich ansehnlichen Fußball erwarten. Erfahrungsgemäß werden sie sich wieder mit einem Tor oder noch „viel“ weniger durch die Vorrunde mogeln, frei nach dem Motto „Wer unser Spiel atemberaubend findet, muss es an den Bronchien haben“.
Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech ist bei der Nominierung des Kaders ein großes Risiko eingegangen: In David Trezeguet ließ er einen der größten Stars zu Hause. Umso erstaunlicher, da „Trezeguet “ im Vergleich zu Thierry Henry eine gute Saison gespielt hat.
In den letzten Partien hatte die „Equipe Tricolore“ dann auch ausgerechnet mit dem Toreschießen ihre Probleme. In der Gruppe der Top-Teams könnte das zum entscheidenden Nachteil werden.
Diese Mal wird es sicher nicht nötig sein – wie mit Zinédine Zidane bei der WM 2006 geschehen – einen Spieler der Franzosen mit Aussagen wie „Ich weiß mit wem Deine Schwester alles für Geld auf der Materazzi liegt“ zur Tätlichkeit zu provozieren. Die Qualität Frankreichs wird nicht reichen, die Todesgruppe zu überleben – so lautet mein Tipp.
Für die Holländer wird es allerhöchste Zeit, bei einem großen Turnier einmal wieder das eigene Potenzial abzurufen.
Nur einmal, 1988 in Deutschland, gelang es den Tulpenknickern ein großes Turnier zu gewinnen.
Die hoffnungsvolle Generation um die Mittelfeldwirbler Rafael van der Vaart und Wesley Sneijder sowie Stürmerstar Ruud van Nistelrooy muss den nächsten Schritt machen.
Die letzten Tests waren noch etwas holprig, aber – ähnlich wie beim deutschen Team – auch nur begrenzt aussagekräftig.
Spielerisch gehören unsere holländischen Nachbarn mit Sicherheit zu den Favoriten, dennoch kennt man es doch: Der Trainer kann noch so viel warnen, aber im Kopf jedes Spielers sind 10 Prozent weniger vorhanden, und bei elf Mann sind das schon 110 Prozent.
Frei nach Olaf Thon bedeutet das soviel wie „Wir lassen uns nicht nervös machen, und das geben wir auch nicht zu!“
Die Vorrunde werden die Niederländer über die Leiche „Frankreich“ erfolgreich abschließen. Weitere Prognosen wagen wir von Lycosia City nicht, denn sie wären reines Glücksspiel und gehören somit in den Blog „Las Vegas City“
Auf Statistiken sollte man sich auch nicht verlassen, denn welche Statistik stimmt schon? Nach der Statistik ist jeder 4. Mensch ein Chinese, aber habt Ihr bei der EM schon einen Chinesen entdeckt?
Die letzen vier Mannschaften und das „deaktivierte Team“ stellen wir Euch morgen vor, bis dahin allen Lesern noch einen schönen Sonntag und viel Spaß heute Abend beim Spiel Polen gegen Deutschland.
Und denkt mir bitte an die Worte von Alt-Bundestrainer Bertie Vogts „Hass gehört nicht ins Stadion. Die Leute sollen ihre Emotionen zu Hause in den Wohnzimmern mit ihren Frauen ausleben.“