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Weblog-Archiv für 13. Juni 2008

Antwort an Encore 11

Verfasst von SchVVarzer Peter am 13 Juni, 2008

Hallo Encore, erst mal Kompliment, ein Kommentar der die „X-Taste“ überflüssig macht, so sind Dialoge doch viel angenehmer. :-)

Die „WISSENSBANK“ sollte eine Mischung von Usern sein, unabhängig von Bildung, Alter, Herkunft etc.; natürlich auch Emotionen, genau diese machen das Ganze erst lebendig, allerdings lauert auch gerade hier die Gefahr, denn es werden schnell – unabsichtlich aber auch absichtlich – Grenzen überschritten.

Wie es vor knapp einen Jahr Roberto Bardez in meinen Augen sehr treffend formuliert hat, ist das permanente Wechselspiel – Moderatoren wollen Einschränken, User verschieben die Grenzen – ein wichtiger Teil des Gesamtprozesses. Gefährlich wird dieses Spiel allerdings immer dann, wenn persönliche Angriffe und Beleidigungen als Begleiterscheinung auftreten.

Auch Plänkeleien vor dem Hintergrund vorhandener oder nicht vorhandener Bildung, akademischen Graden oder sonstiger – vermeintlicher – Qualifikationsnachweise, dienen eher dem Aufbau von negativer Spannung als dass sie denn einer Community dienlich wären.

Im realen Leben käme niemand auf die Idee, die Anweisung eines Ordnungsdienstes – ob nun im Theater bei einem Konzert oder auf dem Fußballplatz – in Zweifel zu stellen oder gar zu ignorieren, nur weil die diese Ordnung überwachende Kraft einen anderen oder geringeren Bildungsstand hat. Oder würdest Du den Platzanweiser im Kino ein Axxxx schimpfen, nur weil er Dich darauf hingewiesen hat, dass hier Rauchverbot ist und dieser hauptberuflich als Bademeister arbeitet?

Bei Polizisten beispielsweise wird es noch ein wenig interessanter, da musst Du Dir gegebenenfalls sogar Ungerechtigkeiten gefallen lassen und dir Dein Recht – beleidungsfrei – über Monate oder gar Jahre erstreiten.

Bei Lycos aber sollen Moderatoren Freiwild sein und wenigstens zwei Doktortitel nachweisen? Zudem alles immer minutiös richtig entscheiden?

Die Theorie müsste bei den Usern alles über Guidelines, AGB und wie ich es ja schon erwähnte – gesunden Menschenverstand – regeln.  Die Praxis sieht aber leider anders – eben sehr traurig – aus. Regeln des Anstands werden kurzerhand außer Kraft gesetzt und Konflikte werden publikumswirksam in der Öffentlichkeit ausgetragen.

Das muss ja in die Hose gehen!

Aber was ändern, wo die Hebel ansetzen?

Als erstes kann ich nur raten Lycos nicht so ernst zu nehmen, und diese Plattform nicht zum Mittelpunkt des Lebens werden zu lassen.

Sachliche Diskussion, am besten immer via PN oder Mail! Streit in der Öffentlichkeit setzt beide Parteien nur unnötig unter „Erfolgsdruck“.

Erst mal tief Luft holen, noch besser eine Nacht über die einem – vermeintlich – erfahrene Ungerechtigkeit schlafen.

Aber auch alles wieder nur Theorie, in der Praxis nicht immer umsetzbar, denn eingangs erwähnte ich ja schon die Emotionen, welche Lycos erst Leben geben, dazu gehören nun mal auch negative Emotionen. Und Spontanes ist selten gut überlegt.

Also wieder nix! Der Streit ist unvermeidbar geworden und in vollem Gange- mit allen Nebengeräuschen.

Irgendwann ist das Fass übergelaufen, der User wird deaktiviert und wir haben die klassische Situation.

Böser Moderator – zu Unrecht deaktivierter und falsch verstandener User.

In wenigen Fällen beruhigt man sich nach kurzer Zeit auf beiden Seiten wieder, findet einen gemeinsamen Konsens und alles geht fortan seinen gewohnten Weg – bis vielleicht zum nächsten Streit.

Häufig aber kommt das große Kino erst nach der Deaktivierung.

Auch wieder verständlich.

Schließlich fühlt man sich ja nun erst Recht ungerecht behandelt, vor allem aber ist man nun – aus der Gemeinschaft mit ihren Kommunikationsmöglichkeiten ausgestoßen – ohnmächtig und wehrlos.

Das Rad ins Verderben dreht sich nun immer schneller.

Die Moderatoren können schlecht zurückrudern, denn die Folgen wären absehbar. Anarchie! Jeder würde künftig seinen Willen mit brachial-verbaler Gewalt versuchen durchzusetzen, denn was einmal funktionierte wird wohl wieder möglich sein.

Der deaktivierte User wiederum erhöht die Schlagzahl, Druck und Beleidigungen werden immer massiver, frei nach dem Motto „irgendwann habe ich damit Erfolg und wenn nicht, habe ich dem „Verein“ wenigstens mal gehörig meine Meinung gesagt. Irgendwann werden sie schon merken was und wen sie an mir verloren haben“.

Man ist zum Outlaw geworden ohne dies jemals wirklich gewollt zu haben, ist man doch irgendwann einmal hier angetreten um mit seinem Wissen der Community Input zu geben und selbst auch Freude dabei zu haben. Übrig geblieben ist nur noch Verdruss, der mit jedem neuen Tag, jedem Kommentar eines Moderators, Users oder Bloggers noch größer wird.

Kein Weg scheint mehr in diese Gemeinschaft zurück zu führen.

In meinen Augen eine Schxxxsituation, denn ich unterstelle KEINEM der Deaktivierten, dass sie eine solche Eskalation wirklich gewollt haben. Manche Dinge haben eine unaufhaltsame Eigendynamik. Leider!

An dieser Stelle hört die traurige Geschichte – auf die meisten deaktivierten User bezogen – auf, ohne das mir eine wirklich greifende Lösung einfallen würde, ausgenommen einer:

Die Deaktivierungsregeln müssten meiner Meinung nach überdacht werden – und zwar schnell!

Wenn mich jemand auf Lebenszeit vom Team ausschließt, darf dieser nicht erwarten, dass ich ihn noch in irgendeiner Form korrekt behandele. Warum auch? Wo liegt der Sinn? Schließlich wurde mir bedeutet, dass ich für diese Gemeinschaft nichts tauge und NIE mehr an ihr teilhaben darf.

24/48 Stunden Deaktivierung ist als „Auszeit zum Nachdenken“ sicher ok. Danach „Lebenslänglich“ darf in jedem Fall als überzogen betrachtet werden. Eine Regelung von einem oder zwei Monaten, wie sie Grandpa Wolf schon des öfteren forderte, halte ich persönlich für die elegantere Lösung. Dieser Zeitraum bietet dem deaktivierten User die Möglichkeit sich sachlich mit dem Support auseinanderzusetzen und vielleicht auch eigene Fehler zu erkennen, denn man darf nicht erwarten, dass man in Gütersloh nach einer Mail sagt „ok, Du bist wieder im Team“, da bedarf es schon mehr.

User zu Deaktivieren und Moderatoren zu beleidigen ist ja sooooo einfach, die wahre Kunst liegt in der Einsicht und auch einmal verzeihen zu können, auch wenn der Scherbenhaufen noch so groß ist.

So könnte man auch vermeiden, dass User in eine Ecke gedrängt werden, in die sie NIE wollten.

Fazit: Über die Deaktivierungsregelungen muss nachgedacht werden, auch sollte man zumindest über Sinn oder Unsinn einer Generalamnestie diskutieren.

Ganz klar möchte ich aber den Ex-User Sofitware von diesen Überlegungen ausschließen. Wer ein Unternehmen, Moderatoren und auch User so in den Dreck zieht wie er, hat auf Lebzeiten nichts mehr in dieser Gemeinschaft verloren!

Noch fataler ist die Situation bei Ex-Usern wie Encore.

Ohne Aussicht wieder in der Community aufgenommen zu werden, wird nun von außen aus allen Rohren geschossen. Was auch sonst tun? Reden möchte ja keiner mehr mit ihm.

Einige frühere Freunde wenden sich von ihm ab, „falsche Freunde“ muntern ihn auf, das Schiff Lycos zu versenken, sein Avatar und natürlich auch Encore selbst werden plötzlich zum Che Guevara aller Gestrandeten. So kommt ein User plötzlich in die Verpflichtung immer wieder als Anführer einer Gruppe in Erscheinung zu treten, die das bekämpft, was er doch einmal so mochte und wo er gerne wieder hin möchte. Aus einem kleinen Scharmützel ist nun eine regelrechte Schlacht entstanden. Und zu allem Überfluss kommt es dann auch noch zum Schulterschluss mit einem Irren, einem der früher kein gutes Haar an Encore gelassen hat, und von ihm – sollte er seinen Zwecken nicht mehr nützlich sein – fallen gelassen wird wie eine heiße Kartoffel. Natürlich weiß Encore, dass er sich da mit einem „Geisteskranken“ verbündet hat, aber was soll er anderes tun, zu sehr hat er sich schon verstrickt.

Quo vadis Encore?

Niemand weiß es!

Mein Vorschlag lieber Encore, entscheide Dich für eines, dann aber mit Herzblut.

Entweder Du bekämpfst fortan Lycos mit allen Dir zur Verfügung stehenden Mitteln, nutzt Dein ganzes Wissen, Deine Intelligenz und umgibst Dich mit den entsprechenden Leuten für dieses „Projekt“. Sofitware ist da aber mit Sicherheit nicht der richtige Partner, er hat nicht Dein Niveau, und sei ehrlich zu Dir selbst, dass er durch und durch gestört ist, weißt Du selbst.:-)

Oder aber Du suchst nach neuen Wegen zu zeigen, dass Du ein Teamplayer bist und das Team jemanden wie Dich braucht!

Ich persönlich kann Dir nur zur zweiten Variante raten, aber Du bist ein kluger Mensch und wirst schon selbst wissen welcher Weg der für Dich Beste ist.

Gruß, Peter

Veröffentlicht in Diskussionen, Lycos/Lycos IQ, Verschiedene | 18 Kommentare »