Lycosia City

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Zimmer und Wüste zugleich - Teil II

Verfasst von Wyatt Earp am 29 Juni, 2008

„Meinen Sie nicht auch”, krächzt er, „es wäre klüger, wir warten bis es Abend wird? In der Kühle könnte man den Marsch leichter fortsetzen”.

„Bitte” erwidert er Mann ohne Gesicht, „nehmen Sie sich doch zusammen! Sie bringen ja schon alles durcheinander. Wie befinden uns im Mittagszimmer. Abende gibt es anderswo. Sehen sie selbst, wir werfen hier so gut wie keinen Schatten. Das Licht steht im Zenit, unverändert und unveränderlich.”

Der Bräutigam nickt traurig, läßt die Arme hängen und sagt:

„Ich kann nicht mehr.”

Der Begleiter stochert gleichgültig mit seinem Schirm im Sand. „Das haben Sie schon hundertmal gesagt. Muß ich nochmals an Ihr Verantwortungsgefühl apellieren?  Man erwartet Sie. Ihre Braut zählt jede Minute. Sie sehnt sich nach Ihnen, wie nur eine junge Frau sich sehnen kann. Bedeutet Ihnen das denn nichts?”

„Doch, doch!” beeilt sich der Bräutigam zu versichern.

Wieder wandern die beiden schweigend eine lange Wegstrecke, Stunden oder Jahre im gleißenden Licht.

Plötzlich wirft sich der Bräutigam zu Boden, wälzt sich auf den Rücken und schreit aus verkrusteten Lippen zum Himmel hinaus: „Warum? Warum nur? Warum ist der Weg so lang?

Ich werde niemals ankommen. Niemals, niemals werde ich meine Braut sehen und umarmen. Warum konnte ich ihr nicht einfach sagen, daß ich sie begehre, daß ich sie haben will, daß mich danach verlangt, ihre Haut zu fühlen, ihren Leib?”

Ein Hustenanfall schüttelt ihn, und er kann nicht weiter sprechen.

Der Begleiter wartet teilnahmslos ab, bis er vorüber ist, dann sagt er: „Das alles haben Sie getan. Sie haben dies Dinge gesagt, und so stehen sie Wort für Wort in den Dokumenten.” Er klopft mit dem Schirm leicht gegen die Ledermappe.

Der Bräutigam bewegt eine Weile sprachlos die Lippen. „Aber warum”, stammelt schließlich, „warum bin ich dann hier und nicht bei ihr? Warum gehe ich immer nur auf sie zu, ohne sie je zu erreichen?

Warum? Warum? Warum?”

„Weil Sie es unbedingt so wollten”, sagt er andere und blickt zu ihm nieder. „Es ist ihnen wieder und wieder gesagt worden, daß der direkte Weg der längste ist.

Sie haben ja nicht einmal zugehört. Hören Sie mir wenigstens jetzt zu?”

„Ja”, krächzt er Bräutigam. Er starrt den Begleiter lange an, dann beginnt er zu lachen. Es klingt wie ein Gekreisch.

Der andere wartet reglos ab.

Schließlich schluckt der Bräutigam trocken und flüstert: „Also hat mich ganz einfach die Mathematik betrogen? Hat mich mein Verstand im Stich gelassen? Wo war mein Gefühl?

„Nein”, sagt der Begleiter, „dort ist es richtig.”

Der Bräutigam läßt den Kopf in den Sand zurücksinken und starrt in die Sonne. Seine Augen schmerzen, als würden Sie von glühenden Eisen durchbohrt, aber es kommen ihm keine Tränen.

Er hat keine mehr.

Er läßt Sand durch seine Finger rinnen und murmelt: „So ist das also. Ich gebe auf. Ich streike. Ich will nicht mehr. Ich streike.”

„Nur Mut!” sagt der Begleiter, aber er sagt es ohne jede Teilname. „Dort ist ja schon die Tür. Es sind nur noch ein paar Schritte.”

Der Bräutigam läßt weiter den Sand durch seine Finger rinnen, gleichsam einer Sanduhr. Der gesichtslose Begleiter zieht ihn hoch und hält ihn mit ausgestreckten Armen vor sich hin, so leicht ist er geworden.

Seine Beine baumeln in der Luft wie die einer Puppe.

„Ich sehe nichts mehr”, flüstert er, „Ich habe keine Augen mehr.”

„Und Ihre Braut” fragt der andere.

„Ich weiß nichts mehr. Ich verstehe nichts mehr. Ich will nichts mehr. Ich habe keine Braut. Ich habe nie eine gehabt. Ich habe niemals begehrt. Ich habe niemals geliebt. Ich habe niemals existiert. Lassen Sie mich bitte in Ruhe.”

Aber der Begleiter gibt nicht nach.

„Sie haben kein Recht Ihre Existenz aufzugeben. Sie denken nur an sich selbst. Aber Sie haben Verantwortung übernommen. Die können Sie nicht einfach von sich werfen, als Mann von Charakter.”

„Charakter…” flüstert der Bräutigam immer noch mit den Beinen baumelnd, „ich frage mich, warum Sie nicht meine Aufgabe übernehmen. Die junge Dame wird sich freuen. Sie wird noch immer jung sein  -  jedenfalls jünger als ich.”

Der Begleiter läßt ihn los. Er fällt in den Sand wie ein Bündel Lumpen. Mit zusammen gekniffenen Augen versucht er den gesichtslosen zu sehen, der groß über ihm steht.

„Unsere Pflichten”, hört er die glatte Stimme sagen „sind nicht die gleichen.”

Der Bräutigam spielt wieder im Sand. „Pflichten…”, flüstert er und kichert ein wenig, „Pflichten…”

Nun wird der andere zum ersten Mal beinahe ungehalten. „Sie stellen sich wirklich an, als ging es um Ihr Leben.”

„Das tut es auch”, antwortet der Bräutigam und nickt traurig mit seinem eingefallenen dürren Köpfchen, „es geht um mein Leben, rückwirkend, verstehen Sie? Ich bin ein alter Mann, aber ich habe kein Leben gehabt. Man hat mir alles annulliert. Ich bin um mein Leben betrogen worden, ich weiß nicht, von wem.

Und nun will ich keines mehr.

Ich will nie eines gehabt haben.

Dagegen können Sie nichts tun.”

„Doch”, sagt der andere „ich werde Sie die letzten paar Schritte tragen.”

Der Bräutigam kichert. “Die letzten paar Schritte…, das schaffen Sie nicht.”

„Erlauben Sie?” sagt der andere, und ohne eine Antwort abzuwarten, hebt er den Bräutigam hoch und nimmt ihn auf den Arm. Der legt sein mageres Ärmchen um die Schulter des Begleiters und schmiegt das wackelnde Greisenköpfchen an dessen Hals.

So legen sie wieder ein langes Stück Wegs zurück. Obwohl der Bräutigam kaum noch etwas wiegt, wird seinem Träger doch schließlich der Arm lahm, und er läßt ihn zu Boden gleiten.

„Die letzten paar Schritte…” meckert der Bräutigam triumphierend, „sehen Sie, sehen Sie!”

Der Mann ohne Gesicht antwortet nicht. Er hakt die Krücke seines Schirms in den Kragen des Cutaway, oder vielmehr in den Rest, der davon noch vorhanden ist, und schleift den Bräutigam hinter sich her durch den Sand.

Wieder vergeht endlose Zeit.

Der Bräutigam fühlt, daß der andere ihn losgelassen hat, und versucht, sich aus dem Lumpenbündel zu befreien.

„Wir sind da”, hört er die teilnahmslose Stimme sagen, „ich habe Ihnen doch gesagt, es seien nur ein paar Schritte.”

Der Bräutigam bringt sich mit einer letzten Kraftanstrengung in sitzende Haltung und reißt die Augen auf. Das Licht dringt in ihn ein wie kochendes Metall, und er stößt einen Schrei aus, doch nicht einmal er selbst vernimmt ihn.

Vor seinem erlöschenden Blick schwankt die Tür. Sie ist geöffnet. Der Durchblick ist eine Schattierung   dunkler als das dunstige Blau des Himmels, das ihn umgibt.

In diesem Ausschnitt steht ein hochgewachsenes Mädchen, mit nichts bekleidet als einem duftigen Brautschleier, der von ihrem Scheitel herabfließt und ihren Körper einhüllt, durchsichtig wie zarter Nebel. Ihr Gesicht ist fast in diesem Nebel verborgen, um so deutlicher aber sind ihre langen schmalen Glieder zu sehen, ihre Schenkel, ihre kleinen Brüste, ihr flacher Leib und der Nachtschatten Ihres Schoßes. In der Hand trägt sie einen Rosenstrauß.

„Endlich!” ruft Sie, „ich bin fast tot vor Sehnsucht! Wo ist er denn? Wo ist er?

Der Begleiter wendet sich dem Bräutigam zu, aber der hebt mit großer Mühe eine Hand und legt ein knochendürres Fingerchen bittend an seinen eingefallenen, zahnlosen Mund.

Der Begleiter zuckt unmerklich die Achseln und wendet sich der Braut zu.

„Ihr Bräutigam erwartet Sie hinter der nördlichen Tür. Wenn Sie wollen, führe ich Sie auf direktem Wege zu ihm.”

„Gehen wir!” ruft sie, „gehen wir schnell. Es sind doch nur ein paar Schritte dann bin ich bei ihm.”

Sie will loslaufen, hält aber inne, weil er Bräutigam die Hand nach ihr ausstreckt. Ratlos betrachtet sie ihn einen Augenblick lang, dann wirft sie ihm eine Rose aus dem Strauß ihrer Hand zu.

Der Bräutigam hebt seinen Blick zu dem Begleiter, der mit verschränkten Armen zugesehen hat und nun leise sagt:

„Immerhin seid Ihr euch begegnet, Ihr habt es schon oft getan und werdet es immer wieder tun.

Das können nicht alle von sich sagen.”

Dann folgte er dem Mädchen, das mit langen Sprüngen in die Wüste hineinläuft, auf die andere Tür zu, die riesenhaft am nördlichen Horizont steht. Die beiden Gestalten werden zwischen den Sandhügeln kleiner und kleiner, und nur eine gewundene Spur von winzigen Sandtrichtern bleibt zuletzt.

Der Bräutigam starrt ihnen mit milchweißen Augen nach, während seine Finger die Rosenblüten betasten.

„Wie schön sie ist!” flüstert er, „mein Gott, wie schön sie ist!”

Und während er zurücksinkt in den Sand, murmelt er noch:

„Ob sie mich finden wird, dort drüben hinter der anderen Tür?”

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Zimmer und Wüste zugleich - Teil I

Verfasst von Wyatt Earp am 28 Juni, 2008

Es ist ein Zimmer und ist zugleich eine Wüste. Die kahlen Wände erheben sich fern und dunstig am Horizont. Rundum nicht als Sand, Hügel hinter Hügel, endlos nach allen Richtungen.

Hoch oben im Zenit hängt eine weißglühende Sonne, oder ist es eine Lampe mit bläulich emailliertem Blechschirm?

Die Grellheit tötet alle Farben, sie läßt nur weiße Flächen und schwarze Schatten übrig. Das Skelett des Lichtes, blendend, unerträglich, mörderisch, der böse Glanz eines Kosmischen Schweißapparates.

Das Zimmer hat zwei Türen, die riesenhaft in die blaue Glut des Himmels eingelassen sind, eine im Norden und eine im Süden über dem webenden Horizont.

Von der nördlichen Tür führt eine vielfach gewundene Spur kleiner Sandtrichter mitten in die Wüste. Hier bewegt sich ein Mann ameisenklein vorwärts. Bei jedem Schritt sinkt er bis über die Knöchel ein, er taumelt, er rudert mit den armen.

Das ist der Bräutigam!

Sein Gesicht ist von der Sonne verbrannt, die Haut geplatzt und voller Blasen, die Lippen sind weiß von getrocknetem Speichel. Farbloses ausgebleichtes Haar steht ihm wirr und starr um den Kopf wie Stroh. Seine Brille die ihm immerzu von der schweißnassen Nase rutscht schiebt er mit dumpfer Geduld immer wieder an Ihren Platz. In der linken Hand schwenkt er einen alten zerbeulten Zylinder. Der Hochzeitscutaway, den er trägt, mag ihm in vergangenen Zeiten einmal gepaßt haben, nun aber ist er ihm viel zu groß, die Schöße hängen ihm bis auf die Fersen. Der Stoff ist schäbig geworden und zerfällt an gewissen Stellen. Das Hemd ist ihm aus der Hose gerutscht, denn auch die ist zu weit und er muß sie alle drei Schritte hochziehen.

Ein Fuß steht in einem Lackschuh, dessen Sohle sich löst, der andere Fuß ist mit einem schmutzigen Taschentuch umwickelt, um ihn wenigstens ein klein wenig gegen die Glut des Sandes zu schützen.

Einige zwanzig Meter vor diesem Mann marschiert ein anderer, ein Beamter vielleicht äußerst  korrekte Kleidung, dunkler Anzug, dunkler Hut, eine Aktentasche in der Hand, in der anderen einen straff gerollten Regenschirm. Sein Gesicht ist ein wenig blaß und völlig merkmalslos, gleichsam ausgewischt.

Der Abstand zwischen den beiden Wanderern vergrößert sich langsam, aber stetig.

Der Bräutigam sputet sich, er ringt keuchend nach Atem, fällt hin, steht wieder auf, taumelt weiter, fällt abermals hin. „ Hören Sie bitte!” ruft er, und seine Stimme klingt hoch und überanstrengt wie die eines alten Weibes, „Warten Sie mal! Ich möchte Sie etwas fragen.”

Der Mann ohne Gesicht hat den Ruf  wohl gehört, aber er geht noch ein gutes Stück weiter, ehe er schließlich stehen bleibt und sich seufzend umwendet, als handele es sich um das Greinen eines ungezogenen Kindes, das ihn zum hundertsten Mal unter irgendeinem Vorwand aufzuhalten versucht. Lässig auf seinen Schirm gestützt sieht er zu wie der Bräutigam mühsam die Düne zu ihm empor krabbelt.

„Bitte beeilen Sie sich!” sagt er kühl. „Was wünschen Sie denn nun schon wieder?” „Sagen”, Sie keucht der

Bräutigam und überlegt sichtlich was er eigentlich fragen wollte, „sagen Sie, bitte, ist es noch sehr weit?” Beim Sprechen ziehen seine geschwollenen Lippen Fäden.

„Nur noch ein paar Schritte”, erwidert der andere korrekt wie vorher, „nur noch bis zu jenem Tor dort.”

Dabei zeigt er mit dem Schirm auf die Tür im Süden. Er will sich wieder zum gehen wenden, doch der Bräutigam hält ihn fest.

„Verzeihen Sie”, bringt er mit einiger Mühe heraus, „wohin  - mir ist es nämlich im Augenblick entfallen -  wohin gehen wir überhaupt?”

„Zu Ihrer Baut, mein Herr”, erklärt der andere, und man kann hören, daß er diese Antwort schon oft geben mußte. Er betont jede Silbe uns spricht laut wie zu einem Schwerhörigen oder Blöden. „Ich bringe Sie ins Zimmer Ihrer Braut.”

Der Bräutigam starrt ihn eine Weile mit offenem Mund an, dann schlägt er sich mit der Hand vor die Stirn und lacht hastig und um Entschuldigung bittend. Er versucht ein Lächeln, während er sagt: „Wenn wir bei Ihr angelangt sind, dann wird alles gut sein, nicht wahr? Sie wird doch nichts gegen einzuwenden haben, nur weil ich nicht mehr so gut gekleidet bin? Es ist ja alles um Ihretwillen, das wird Sie doch einsehen? Was ich gelitten habe, wird Sie doch von meiner Liebe zu Ihr überzeugen? Sie wird mir glauben, dessen bin ich mir sicher. Sie wird mich mit offenen Armen empfangen.”

„Wenn wir bei Ihr angelangt sind”, stellt der andere schlich fest.

„Gewiß, gewiß”, murmelt der Bräutigam, „Es wird bald sein, sehr bald. Deshalb habe ich ja den direkten Weg gewählt.”

„Wir sind aus jener Tür gekommen”, sagt die kühle Stimme, „und gehen zu dieser dort. Das ist alles.”

„Ich verstehe nicht”, gesteht der Bräutigam ein, „ich verstehe einfach nicht, daß es so weit ist.”

„Sie verstehen es nicht”, wiederholt der andere und wendet sich zum gehen, aber Ihre Braut wartet. Kommen Sie!”

Der Bräutigam hält ihn nochmals am Ärmel fest. „Woher wissen Sie das überhaupt? Vielleicht wartet Sie längst nicht mehr. Oder Sie hat nie gewartet? Es könnten doch irgendwelche Umstände eingetreten sein. Dann hätte ich alles ganz umsonst auf mich genommen. Ich würde mich lächerlich machen.”

„Das”, antwortet die trockene Stimme, „ erfahren Sie am besten, indem Sie durch die Tür da vorne gehen.”

„Diese Tür da vorn”, flüstert er Bräutigam, „Sie ist unerreichbar, Sie bleibt immer vor uns, immer gleich weit……

Das ist eine Fatamorgana und keine Tür!”

„Unsinn”, sagt der andere ohne zu lächeln, „eine Fatamorgana erscheint und verschwindet. Aber diese Tür war von Anfang an da und ist an Ihrer Stelle geblieben, ganz unverändert.”

Der Bräutigam nickt. „Ja unverändert  - seit damals als ich losgegangen bin - als ich noch jung war.”

„Es ist also keine Fatamorgana”, erwidert der Begleiter in abschließendem Ton und setzt sich in Bewegung.

Lange Zeit wandern die beiden Männer nebeneinander her, aber nach und nach entsteht wieder der Abstand zwischen ihnen, der sich vergrößert. Wieder ruft der Bräutigam, und wieder bleibt der Mann in der korrekten Kleidung erst nach einer Weile stehen und erwartet ihn, auf den Schirm gestürzt.

Der Bräutigam löst sich zusehends auf, seine Kleidung hängt ihm nunmehr in Fetzen vom Leib, auch scheint es so als sei er noch kleiner und älter geworden.

„Damals”, stößt er nach Atem ringend hervor und macht mit dem Zylinder, von dem nur noch der Rand übrig ist, eine fahrige Bewegung in die Richtung der nördlichen Tür, „damals war ich noch kräftig, erinnern Sie sich?

Damals war ich es der voraus lief, nicht Sie, wissen Sie noch?”

„Manchmal”, schränkt der andere ein, „sehr selten.”

Der Bräutigam schüttelt sich eigensinnig den Kopf. „Nein, Nein. Sie konnten mich kaum bändigen. Sie hatten Mühe, mit mir Schritt zu halten. Damals war ich jünger als Sie, mein Lieber. Viel jünger und kräftiger. Ich war ein stattlicher junger Mann.”

„Ich” entgegnet er Begleiter, „bin immer noch gleich alt.”

Der Bräutigam wischt sich mit seinem dürren Händchen den  Sand vom runzligen Gesicht.

Ich ekelte mich vor ihren hängenden Büsten, die dünn und leer waren wie vertrocknete Früchte. Aber der Blick, mit dem sie mich ansah! Ich habe oft an Ihn denken müssen. Sie hatte eingesunkene halbblinde Augen. Uns sie streckte mir die Hand entgegen, in der sie ein paar dürre Rosenstengel hielt.

Der Blick erinnerte mich an etwas, oder jemand.

Jetzt habe ich es vergessen. Ich weiß nur noch, daß ich mich für sie schämte, weil sie so alt und so häßlich ist. Ich nahm die rote Nelke aus meinem Knopfloch und warf sie ihr zu.

Sie fing sie auf und lachte Zahnlos. Ich glaube sie war glücklich über mein Geschenk. Ja, damals war ich wahrhaftig ein stattlicher junger Mann und stark wie ein Stier.

Ich dachte, nur ein paar Schritte und ich bin bei ihr, bei meiner Braut. Ich hatte es eilig. Darum wollte ich auf dem direkten Weg zu ihr.”

„Kommen Sie, kommen Sie!” sagte der Begleiter nun schon fast ein wenig ungeduldig.

Aber der Bräutigam hatte noch etwas zu sagen, obgleich es ihm Mühe macht, verständlich zu sprechen.

Den letzten und zweiten Teil könnt Ihr morgen hier lesen.


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Die geheimen Tagebücher der Moderatoren: Heute - Der Umzug (Tagebuch des Balendilin)

Verfasst von Wyatt Earp am 20 Juni, 2008

13. Juni

Abi erfolgreich abgeschlossen, Noten sind nun auch endlich da, keine Schule mehr, dank der Eins in Deutsch habe ich nun einen zusätzlichen Job bei Lycosia City als Lektor, die Sonne scheint. Hach wie ist das Leben schön! So sinniere ich vor mich hin und überlege nun, ob 12 Uhr Mittag nicht doch ein wenig zu früh wäre um aufzustehen - an sich doch eher eine Zeit um tot umzufallen. Aber als korrekter, dienstbeflissener Mensch und Lycos-Moderator siegt schließlich die Verantwortung über die Faulheit und ich schäle mich langsam aus meiner - liebevoll von Mama - mit Schlümpfen bestickter Bettwäsche.

Sogleich gehe ich an den Computer wo mein All-in-One-Chefsessel mit integrierter Toilette und intravenöser Nahrungszufuhr schon auf zeitgleiche Abläufe seines geliebten Zwerges wartet.

„Oh oh,  (Nein liebe Leser es ging nichts daneben, Anmerkung der Redaktion) was sehe ich denn da im Moderatorenforum - eine Einladung von Frechdachs”?

„Hallo liebe Moderatoren-Kollegen, meine „unbezahlte” Tätigkeit als Moderator bei Lycos IQ verschaffte mir nun doch schneller als geplant die finanziellen Mittel, mir Wohneigentum anschaffen zu können. So habe ich mir eine nette kleine 380 m² große Penthouse-Wohnung im Zentrum Dresdens mit Blick auf die Elbe gekauft. Ich würde mich freuen, Euch alle am 19. Juni ab 18 Uhr als meine Gäste zu einem kleinen Umtrunk mit kaltem Buffet begrüßen zu können.

Ach, eine Kleinigkeit hätte ich fast noch vergessen: vorher wären noch ein paar kaum erwähnenswerte Möbel aus meiner alten- in die neue Wohnung zu tragen. Ich darf doch auf Eure Unterstützung zählen? Es wäre sicher sinnvoll schon ein paar Minuten früher zu erscheinen, damit wir rechtzeitig bis 18 Uhr die Möbel an Ort und Stelle haben - ich dachte so an 8 Uhr!

Also dann bis zum Donnerstag 8 Uhr,

Euer Deaktivierungskollege Frechdachs”

19 Juni, 8 Uhr

„Mmhhh… wo bleiben die nur, wenn es Fragen oder User wegzuhauen gibt sind die doch auch pünktlich, die Adresse stimmt doch, Dachsweg 132, sogar die Penthousewohnung kann ich von hier unten sehen.”

8 Uhr 20

„Immer noch keiner da, an‘s  Handy geht auch niemand, ob ich da was falsch verstanden habe? Ach was soll`s, die Mülltonne hier hat gerade meine Größe, ich leg mich jetzt einfach rein, decke mich mit ´ner  Pommestüte zu und schlafe noch ein wenig.”

11 Uhr 35

„Hey, wer klopft da so laut an mein Bett?”

„Aufstehen und raus aus der Tonne Du Faulpelz” höre ich nun Bushyasta grinsend rufen.

„ Es ist schon fast 12 Uhr, wieso trudelt Ihr jetzt erst ein” entgegne ich noch ein wenig schlaftrunken.

„Wir waren um 8 Uhr bei Frechdachs das Auto beladen und wo warst Du” rufen nun fast alle im Chor.

„Wir waren doch um 8 Uhr hier verabredet” entgegnete ich ein wenig kleinlaut.

„Liest Du denn nicht die PN Deiner Doppelaccounts, ich habe Dir doch an „Maja” geschrieben, dass wir uns zuerst in meiner alten Wohnung treffen” meinte nun Frechdachs.

„Oh oh…öhm, also das ist so, habe das Passwort von meinem Account Maja verlegt”.

„Nun labert hier nicht so viel herum und packt mit an, sonst werden wir bis zu dem Fußballspiel nie fertig - ein paar Möbelstücke meinte Frechdachs, der hat ein Rad ab, nochmal macht der das nicht mit mir” harschte uns M800 nun alle an.

„Okay, ist ja schon gut” sprach ich entschlossen, sprang aus der Tonne und schnappte mir sogleich den Karton mit den Luftballons - man muss es ja nicht gleich übertreiben.

Derweil machten sich Hvenator, Matthias G. Vogt, Mrhuss und Gluon an Frechdachs‘ Klavier zu schaffen, während MrGripps „scheinbar” kluge Anweisungen zum Transport gab.

„Hey Bushy, pack mal mit an” rief MrGripps laut in die Runde.

„Bei dem Klavier? Sorry, aber nach Paragraph 877, Absatz 5…” aber Bushyasta kam gar nicht zum Ende seiner rechtlichen Ausführung, als ihn auch schon M800 zusammenstauchte „Hör mal Du A… wir sind hier nicht bei Lycos, also pack mit an, sonst passt Du in das Bett von Balendilin, wenn ich mit Dir fertig bin”.

„Iss ja schon gut, aber hättet ihr nicht vielleicht ne „artgerechte” Arbeit für mich, ich kann gut Mülleimer tragen, Akten gingen auch noch, wenn sie nur nicht so schwer sind”, versuchte sich Bushyasta zu drücken.

„Lass doch unseren Advokaten-Saftschubser die Schuhkartons hochtragen oder Kaffee kochen, etwas das er von der Pieke auf gelernt hat, da macht er wenigstens etwas Produktives und steht uns nicht ihm Weg herum” bot Schmiegelmann beschwichtigend eine Lösung an.

Bushyasta wartete erst gar keine Antwort ab, schnappte sich drei Schuhkartons, Filtertüten sowie Kaffee und trabte los zum Aufzug.

„He Frechdachs, was ist denn mit dem Aufzug los, der kommt nicht, drücke schon die ganze Zeit wie ein Affe auf den Knopf”, rief uns kurz drauf Bushyasta zu.

„Ach, dann hat der mal wieder seine Aussetzer, kann aber nicht lange dauern, lauf eben schon mal so die Treppen hoch, bis der Aufzug wieder geht” rief ihm Frechdachs zu.

„Kein Aufzug!” Schrien alle entsetzt, „wir sollen den ganzen Plunder die Treppe hoch tagen? Nööö, so nicht!” Ertönte es wie aus einem Munde.

„Keine Panik Kollegen, wir tragen ein paar Sachen erst mal die Treppe hoch, der Aufzug wird sicher bald wieder gehen, das tat er bisher immer” versuchte Frechdachs zu beruhigen.

„Altbau sechste Etage, das kann ja heiter werden, ich gehe erst mal was zum Beißen holen und Wasser für Euch alle”, hörte man Volvic gerade noch sagen und schon war sie verschwunden.

So gingen wir alle an dies unliebsame und traurige Werk, Bushyasta trug leere Eimer und Akten, MrGripps gab Anweisungen, alle anderen trugen die schweren Möbel. Ach ja, und ich versteckte mich jedesmal in einem der Schränke die gerade hochgetragen wurden, so war ich immer topfit und als erster oben, zum Unverständnis meiner Kollegen. Nun weiß ich erst so richtig das Leben eines Schrankdackels zu schätzen.

So wurde ich auch in meinem Schrankversteck Ohrenzeuge folgenden Dialogs:

„M800 setz mal ab, ich kann nicht mehr halten” jammerte Hvenator.

„Okay, kein Problem, in welcher Etage sind wir denn?” entgegnete ihm M800.

Da ging eine Tür auf und ein altes Mütterchen krächzte in kaum verständlichem Sächsisch: „In der dritten Etage. Ja, ja, es ist eine Schande, bei dem Erich ging der Aufzug wenigstens noch ab und zu, aber seit der Wende haben die den ganz abgestellt; eine Frechheit ist das was die mit uns alten Leuten machen!”

„WAS”, brüllte M800 Frechdachs an, „der Aufzug ist schon 18 Jahre außer Betrieb und Du erzählst uns hier so `nen Schmarrn? Komm her, dass ich Dir in die F…”. Weiter kam er aber nicht, Jaybee, Gummientchen und Strolchin hielten den aufgebrachten M800 fest, während Romy Linke ruhig und gelassen versuchte aufzuklären: „Die alte Frau dürft Ihr nicht für voll nehmen, sie ist die Mutter eines bekannten Senf-Bloggers, sie hat in ihrem Leben noch nie etwas Wahres gesagt”.

Nach dieser logischen Erklärung unserer Romy beruhigten sich die Gemüter sehr schnell, man trank erst mal gemeinsam ein Bier und lachte sogar wieder zusammen.

17 Uhr 30

So wurde auch das gesamte restliche Inventar von Frechdachs - natürlich ohne Aufzug - in die Penthousewohnung gebracht und man war tatsächlich schon kurz vor 18 Uhr fertig, als auch pünktlich auf die Minute der Partyservice mit kaltem Buffet und Getränken ankam.

Egeanin und Fridolinio - die ja nicht blöd sind -  hatten sogar in der Zwischenzeit schon den von einem bekannten Elektronikmarkt gelieferten drei Meter breiten Plasma-Bildschirm aufgebaut, so dass einem gemeinsamen TV-Erlebnis des Spiels Portugal-Deutschland nichts mehr im Wege stand.

Nur für mich stand die Frage im Raum: „Wie komme ich nur wieder unbemerkt aus dem Schrank, den Bushyasta in seinem Übereifer abgeschlossen hatte, heraus”? Da sich aber die Rückwand einen Spalt breit gelöst hatte, fand ich letztendlich doch noch eine Schlupfloch.

Da mein Fehlen - wie eigentlich immer - bis dato nicht bemerkt wurde, schlich ich mich aus der Wohnung hinunter auf die Straße, studierte aufmerksam die Klingeltafel um dann die Klingel mit dem einzig freien Namensschild zu drücken. Sogleich wurde mir aufgemacht und ich rannte so schnell ich konnte die Treppe hoch, um auch einen erschöpften Eindruck zu erwecken.

Aus meiner gerade von der Klingeltafel gewonnen Erkenntnis über Frechdachs‘ Nachbarn fragte ich diesen sogleich: „Sag mal Frechdachs, kennst Du eigentlich schon Deine neuen Nachbarn?”

„Nein!” entgegnete mir Frechdachs schon leicht beschwipst, aber der Vorbesitzer dieser Wohnung meinte, es wären alles freundliche, zuvorkommende, höfliche und gebildete Menschen mit einem stark ausgeprägtem Harmoniebedürfnis, also genau das was ich mir als Nachbarn wünsche”.

„Oh oh”, sagte ich nur süffisant und mit singender Stimme, „dann schau Dir besser mal die Klingeltafel an, ich habe hier auf meinem Handy auch einen Screenshot für Dich, damit Du den Infarkt nicht auf der Straße bekommst”. :-D :-P :-D


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Kreativer Maler: Der Maler kommt :-))

Verfasst von miamicool am 18 Juni, 2008

Nun war es also endlich soweit! Nach  weiteren drei Fehlversuchen - den Termin mit Jolly Jumper versuchte SchVVarzer Peter auf einer Ponyfarm wahrzunehmen, beim Wei§§en Peter fühlte er sich auf den Arm genommen und erschien erst gar nicht und beim dritten Mal hatte angeblich eine Politesse sein Auto deaktiviert - erschien unser „Kreativer Maler” also tatsächlich in den Redaktionsräumen von Lycosia City.

Wyatt Earp wurde zwar leichenblass und murmelte noch Stunden später immer wieder „mein Ruin, mein Ruin, mein Ruin” vor sich hin, als er hörte, was ihn die Verschönerung unserer Redaktion kosten sollte, aber vor dem Hintergrund seiner angestaubten Artikel konnten wir ihn dann doch davon überzeugen, dass Farbe Lebensfreude und neue Ideen bringen würde.

Und 1.500 Euro plus 100.000 Bonuspunkte bei Lycos IQ war nun wirklich nicht zu viel verlangt. Das Geld verdient Wyatt Earp in seiner Tätigkeit als „mutmaßlich” unbezahlter Moderator bei Lycos in wenigen Tagen und über unsere vielen Doppelaccounts haben wir die Bonuspunkte auch schnell zusammen. Zur Not wird einfach eine Einsteinfrage deaktiviert, da haben wir schon fast die 100.000 Punkte.

Für Montag den 09. Juni 8 Uhr hatte uns der SchVVarze Peter seine Malertruppe angekündigt, bis zum Abend des gleichen Tages sollte alles erledigt sein - so wurde uns versprochen.

Und tatsächlich, Punkt 8 Uhr stand ein weißer Malerbus vor der Tür, aus dem sage und schreibe fünf Männer in weißer, farbbekleckster Kleidung ausstiegen.

„Wollen die das ganze Haus streichen”, dachte ich so für mich, als es auch schon klingelte.

Unsere vorwitzige Jolly öffnete die Tür.

„Guten Tag, wir Maler von Firma Kreativteam und sollen streichen Büro” stellte sich ein junger Mann - der Sprache nach offensichtlich fremdländischer Herkunft -  vor.

„Dann kommen sie erst mal rein” entgegnete ihnen Jolly, nicht  ohne auch noch süffisant zu hinterfragen „nur fünf Leute, schafft Ihr das denn an einem Tag?”

„Nix fünf Leute, drei Kollega andere Baustelle, nur bringen uns hier” entgegnete der junge Mann unserer Jolly und stellte sich dabei auch gleich höflich vor: „Ich bin Tibor und Kollega heißen Imre, aber wir immer nur sagen „alte Imre” weil in Firma noch eine junge Imre arbeiten. Wir beide Ungarisch”.

Die Männer trugen Farbeimer, Leitern und jede Menge Abdeckmaterial und Werkzeug ins Büro und machten sich auch gleich daran alles in Folie einzupacken und abzudecken.

Nun kamen auch Wyatt, Weißer Peter und Leroy hinzu, Wyatt bot den Malern wahlweise Kaffee, Mineralwasser, Säfte oder Bier an. Zu  unserem Erstaunen meinte aber Tibor „Nix Bier, schlecht für Arbeit, Kaffee und Wasser gut”.

Kurz darauf erschien Tibor mit einer Farbkarte vor dem immer noch versammelten Team und meinte zu Wyatt, den er wohl schon direkt als Chef ausgemacht hatte: „Cheffe muss Du gucken welche Farbe sollen streichen”.

Während die beiden Maler immer noch alles abdeckten und einpackten, als stünden sie mit Christo im Wettbewerb, schauten wir gemeinsam in die Farbkarte.

Wei§§er Peter war dafür alles weiß zu streichen, Leroy war mehr für ein grau, Jolly erzählte immer etwas von Erdtönen, ich hielt mich da vorsichthalber ganz heraus und Wyatt fragte bei jeder zur Diskussion stehenden Farbe den Maler Tibor „kostet das auch nicht mehr?”

Nach heftigen Diskussionen und wenigstens 20 verschiedenen, immer wieder verworfenen Farbvorschlägen,  setzte sich unsere Jolly mit einem Terrakotta-Farbton - jedenfalls nannte sie ihn so, Wyatt meinte ständig es wäre Aprikose -  durch.

Wir zeigten nun Tibor den Farbton auf der Karte, worauf ein Lächeln sein Gesicht überzog und er mit dem Finger auf die Farbe deutete und meinte: „Kerülbelül! Gute Farbe.”.

Aha, uns war sofort klar, Aprikose heißt also auf Ungarisch Kerülbelül.  „Das wäre doch mal `ne Frage für Lycos IQ” meinte dann auch Leroy.

Nachdem die Maler nun alles so verpackt hatten, dass Jolly fast unter der Folie verschwunden wäre, schaute sich „alte Imre” die Wände prüfend an und murmelte etwas für uns Unverständliches zu seinem Kollegen Tibor. Daraufhin kam Tibor zu uns und meinte: „Wände schlecht, viel Nikotin, geht nix normale Dispersionsfarbe, muss spezielle Farbe”

„Dann nehmen Sie einfach die spezielle Farbe” meinte Wyatt lapidar.

„Das nix so einfach, muss Cheffe anrufen, Spezialfarbe bringen, wir nur normale Farbe hier, und Du müssen mit Cheffe sprechen, Spezialfarbe teuer” entgegnete ihm Tibor.

Mit knallrotem Kopf und einem hundertfach erhöhtem Infarktrisiko suchte Wyatt daraufhin das Telefon. Dies lag aber unter wenigstens 10 Schichten Folie und Klebeband, so dass er schließlich zum Handy griff um den „SchVVarzen Banditen” anzurufen.

Wyatt brüllte so laut, dass man meinen konnte er wisse noch nicht, dass es schon Telefon gibt, aber irgendwann hatten sich die beiden Herren wohl geeinigt. Worauf, haben wir allerdings bis heute nicht erfahren. Jedenfalls war 15 Minuten später ein Kollege unserer beiden ungarischen Maler da und brachte die gewünschte Spezialfarbe.

Nun erschien Tibor wieder bei uns mit der Farbkarte und meinte: „Diese Farbton mit Spezialfarbe sehr schwer, Spezialfarbe muss andere Abtönfarbe”

„Also wollen Sie uns nun damit sagen, dass wir einen anderen Farbton aussuchen müssen? Wir haben Kerülbelül ausgesucht und das wollen wir auch, basta!” schrie Wyatt den armen Kerl an.

Tibor ließ sich aber absolut nicht von dem Geschreie Wyatt`s beindrucken und entgegnete seelenruhig: „Natürlich, Kerülbelül kein Problem, machen also alle Wände Kerülbelül” und dabei deutete er immer wieder auf den von Jolly ausgesuchten Terrakotta-Farbton.

Im Anschluss daran öffnete Tibor zwei metallene Farbeimer und schüttete diese in eine große Wanne.

„Was riecht denn hier so penetrant, davon bekommt man ja Kopfschmerzen?” jammerte nun Leroy.

„Das ist Farbe, Spezialfarbe haben Lösemittel, das bisschen stinkt, vielleicht besser spazieren gehen, um 4 Uhr fertig, dann wiederkommen” erklärte Tibor mit freundlichem Lächeln.

„Okay, wir können hier ohnehin nicht arbeiten, solange alles abgedeckt ist. Ich schlage vor wir gehen alle nach Hause und finden uns um 17 Uhr wieder hier ein. Heute ist Nachtarbeit angesagt. Der Artikel über den Suizid von Issdummware muss diese Nacht auf jeden Fall noch raus. Und Du Jolly fährst nach Weihmichl zur Beisetzung und machst Fotos, die Gelegenheit alle Lycos-Moderatoren auf einem Bild abzulichten werden wir nie mehr wieder bekommen”, gab uns nun Wyatt klare Anweisung.

„Soll ich vielleicht versuchen ein Interview von „Empore” oder „Fuß Teufels” zu erhaschen?” fragte ich den Chef vorsichtig.

„Gute Idee, aber bevor Du die weite Strecke fährst, schau erst mal bei Volkshetz 1313 vorbei, vielleicht sitzen die schon alle bei ihm und feiern” gab Wyatt mir noch einen klugen Rat.

„Wei$$er Peter, und Du klärst in der Zwischenzeit in der Gerichtsmedizin, wie es zu der suizidalen Vergiftung kam, ob es wirklich stimmt, dass es ausreichte sich nur auf die Zunge zu beißen oder ob er noch zusätzlich Gift einnahm” rief Wyatt unserem Wei§§en im Gehen noch zu.

Montag der 9. Juli, 17 Uhr

Pünktlich haben wir uns alle wieder vor der Redaktion eingefunden, der Malerbus stand nicht mehr vor der Tür. Ein gutes Zeichen, die Herren dürften wohl ihr Tagwerk vollbracht haben.

Erwartungsfroh schritten wir nun alle zur Eingangstür.

Wie immer war unsere Jolly drei Schritte voraus, schloss die Tür auf und trat ein… Ein lauter Schrei, der sogar die Glasbausteine im Treppenhaus zum Platzen zu bringen drohte, war von ihr noch zu vernehmen, ehe sie in Ohnmacht fiel.

Nun konnten auch wir den Grund hierfür sehen, es verschlug uns allen, sogar Wyatt, die Sprache.

Unsere Redaktion leuchtete uns in kräftigem Magenta entgegen.

Während ich unsere gesamte EDV schon mal anschaltete, griff Wyatt sofort zum Telefon.

Offensichtlich hatte er es aber nur mit einem Anrufbeantworter zu tun, denn er schrie ins Telefon „Ich erwarte heute noch Ihren Rückruf, wir hatten ganz klar Kerülbelül vereinbart und kein Magenta, wie soll man bei dieser Farbe arbeiten können”.

Der Computer war mittlerweile hochgefahren und ich gab so rein intuitiv einmal das Wort „Kerülbelül” in Google ein. Ein paar Klicks weiter stand es dann in großen Buchstaben zu lesen:

Kerülbelül: [ungarisch] Umschreibung „UNGEFÄHR”

C.U. und bleibt cool together.
Miamicool

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Fußball mal anders…*:-)

Verfasst von Wyatt Earp am 5 Juni, 2008

Noch zwei Tage, dann ist es soweit.

Vor den TV-Geräten und auf den Straßen wird es Lauth und es entwickeln sich wahre Hitzfelder… die Fußball-Europameisterschaft hält Einzug in die deutschen Wohnzimmer.

Alle hoffen, die deutsche Mannschaft möge sich in einen Rausch spielen, werden sie dann aber Lahm wie Ziege über die Wiese hoppeln, ist der Fan mal wieder das dumme Schaaf und der ein oder andere Streit wird für Risse in der Familie sorgen, wenn der Ball mal wieder nicht in den Netzern zappeln will.

Nicht jeder Kahn diese Hysterie verstehen, erst recht nicht, dass sich da 22 Mann um einen Rauball streiten und nach so mancher Regenschlacht Lehman den Trikots haben, oder einfach nur wie durch den Cacau gezogen aussehen.

Abel mancher ist ja auch Schlaudraff, packt sich sein Meißner-Geschirr, Brot, Rama und da Silva-Besteck und geht unter die Fischer zum Angeln, vielleicht beißt ja wenigstens ein Butt an, muss ja nicht gleich ein Del`Haye sein.

Ich Kennedy meisten Ballakrobaten leider nicht, auch habe ich keinen Funkel Ahnung von den Rehhageln, so dass ich das Geschehen eher Dum wie ein Ochs verfolge.

Quasi als Neuer könnte man glatt einen Koller bekommen, wenn einen die anderen nur mitleidig belächelnd als „Neururer” bezeichnen. Vielleicht sollte ich mir besser gleich einen Rausch antrinken, noch besser einen ganzen Bierhoff hinter die Binzen gießen und einfach nur Lauth grölen, dann wäre ich aus dem Schneider, der Beer wär` los und kein Freund bemerkt, dass ich nicht vom Fach bin

Auf jeden Fall Merk ich mir schon mal den Termin des Finales, falls sie doch mit dem Pokal van der Vaart nachhause kommen. Sollte es wirklich so Doll kommen, Klopp ich beim Bischof an die Tür und bitte ihn den Klöckner die Glocken läuten zu lassen und sich bei der heiligen Maradonna zu bedanken, Zidan weiter zu den anderen Fans und trinke mit ihnen Puschkas bis ich einen Klose im Hals habe.

Abel bis dahin ziehe ich mich erst mal in meine Schöne Herberger zurück, brate mir Imhof einen Adler, aber Immel schön vorsichtig, da beim letzen mal ein Funkel flog und meine Hildebrand.

De Jongste ist meine Hilde ja nicht mehr, a bisserl Krankl ist sie auch und Schimpfen tut sie immer mit mir, weil sie meint ich wäre ein Macho. Dabei habe ich doch nur mit di Natale und Quagliarella einen de Rossi getrunken… aber meine Hilde meinte gleich wieder ich wäre auf der Materazzi gelegen und hätte nun einen Tripper oder Jancker mitgebracht. Schweinsteiger tut sie mich deswegen sogar schon Rouffen.

Mein Freund Henry, das ist der Franzose van der Sar, kann das bezeugen. Aber nein, sie musste mir ich ja gleich an`s Bein treten, so ein richtiger Beenhakker, dass ich tagelang nur noch Wimmernd durch unsere spanische Villa Robben konnte, sogar heute laufe ich noch, als hätte ich ein Hölzenbein.

Zum Glück traf sie mich nicht weiter oben, sonst hätte ich noch zum Beckenbauer gemusst, wäre das Beinlich gewesen. Sie geht zwar manchmal ganz schön Rahn, aber im Grunde ist meine Hilde eine Seeler von Mensch, eine richtige Pele eben, nur Babbeln tut sie ein bisschen viel.

Wenn wir den Titel holen, lasse ich mir auf jeden Fall einen Neubarth wachsen, höre mir die Matthäuspassion an und gebe mich der Völlerei hin, bis dahin verbleibe ich,

Euer Marschall Wyatt Earp

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Kreativer Maler: Der Fehlstart

Verfasst von miamicool am 29 Mai, 2008

Des Öfteren in der Vergangenheit war auf einem Blog der für Boden-Reiniger wirbt, von angeblichen „kreativen Malertätigkeiten” des Users SchVVarzer Peter zu lesen. Eine deutlich erkennbare Ironie in den entsprechenden Artikeln des „Bodenreinigers” legte bei uns die Vermutung nahe, dass es bei diesem „Kreativkünstler” möglicherweise nicht mit rechten Dingen zugehen könnte.

Also nahmen wir es uns zur Aufgabe, den Mutmaßungen etwas näher auf den Grund zu gehen.

Die Büroräume unserer Redaktion hatten schon lange einen Schönheitsanstrich verdient, genau genommen wurde in den 150 Jahren noch nie renoviert. Mit viel Mühe und Überredungskunst gelang es auch, unseren Chef Wyatt Earp von der Notwendigkeit eines neuen Farbkleides für die Wände zu überzeugen.

Also wählten wir die in der Homepage angegebene Nummer dieser „Kreativkünstler” und verlangten direkt den SchVVarzen Peter zu sprechen.

Der SchVVarze Peter sei auf einer Baustelle piepste uns eine verschlafene Stimme ins Telefon. Schon hatte ich ein schlechtes Gewissen so früh morgens angerufen zu haben, schließlich war es fast noch Mitternacht… erst halb zehn in Deutschland. Darf man da schon Handwerker stören?

Aber noch bevor ich mich für die frühe Störung entschuldigen konnte, bot mir die Piepsstimme an, einen Termin zur Besichtigung des „Bauvorhabens”, wie sie unsere Redaktionsräume nannte, zu vereinbaren.

„Wäre nächsten Dienstag um 11 Uhr zu früh?” fragte ich vorsichtig.

„Nein ist nicht zu früh, das geht in Ordnung, da hat der Chef noch keinen Termin” ließ mich die Piepsstimme direkt wissen.

„ Mainz, Lycosia City, Wyatt-Earp-Straße 111, Miamicool, so sollten sie mich finden” beschrieb ich die Adresse langsam und deutlich”.

Meinen Versuch einer Erklärung, wie und wo der „Chef” denn unsere Redaktion finden würde, unterbrach sie schon im Ansatz mit den Worten „kein Problem, der Chef hat ein Navi, ein iPhone mit Navi , ein Sub-Notebook mit Navi und einen Laptop mit Navi, bis heute hat er noch alles gefunden”.

„Fein, dann also bis nächsten Dienstag” sagte ich und legte auf.

Früher kamen die Maler mit Eimer, Pinsel und Rolle, wie die Zeiten sich doch ändern sinnierte ich so vor mich hin, während ich bequem in meinem Bürostuhl hängend, Beine auf dem Schreibtisch, vermutlich einen der letzen Blicke auf die vom Zigarettenqualm vergilbten Wände warf.

Dienstag 10:55 Uhr

Wyatt, Leroy Croce, Wei§§er Peter, unser Nesthäkchen Jolly Jumper und auch meine Wenigkeit, Miamicool, alle standen wir gespannt hinter den Jalousien, die Fenster beschlugen von unserem Atem, so dicht drängten wir uns vor ihnen um ja nicht zu verpassen, wer da nun in welchem Outfit und Fahrzeug erscheinen würde. Sogar Hartmut Jeremiah Bullfrog und Elisabeth waren erschienen um diesem Ereignis beizuwohnen „ Der Maler könnte ruhig öfters kommen” brummelte ich leise vor mich hin, ob der Tatsache, dass die sich nun neugierig vordrängende Jolly Jumper mir ihre „Weichteile” schon fast über die Schulter legte.

11:05

Noch keine Spur von einem Maler, aber keiner wagte auch nur einen Moment seine Blicke weg von der Straße zu richten.

11:20

Unsere Nervosität wich langsam schon leichten Aggressionen, eben der Tatsache, dass dieser Mann offensichtlich rein gar nichts von Pünktlichkeit hält. Sollten die Vermutungen des Bodenreinigers am Ende doch stimmen?

11:28

Das Telefon klingelt. Jolly rennt sofort hin.

„Lycosia City, Jolly Jumper” meldet sich unsere Jolly kess.

“Ja Hallo, hier SchVVarzer Peter, wir haben einen Termin um 11 Uhr…”

„Hatten, mein Lieber, HATTEN, es ist schon fast 12 Uhr” unterbricht ihn Jolly wie immer leicht übertreibend.

„Ja ich weiß, tut mir auch wirklich leid, aber ich finde die Straße nicht…” grummelte er ins Telefon.

„Ich denke sie haben ein Navi, ein iPhone und den Kofferraum voller Notebooks”, unterbricht ihn Jolly wieder, ironisch wie wir sie ja alle kennen.

„Ja sicher, aber mein Navi kennt die Straße nicht” erwidert ein verzweifelt klingender SchVVarzer Peter.

„Die Wyatt Earp Straße kennt doch jedes Navi, haben Sie den Namen denn richtig eingegeben” hinterfragt Jolly.

„Klar doch, wie man es spricht. Moment ich buchstabiere: W E I D - Ö R B - S T…”

„Stopp, Stopp” unterbricht Jolly laut lachend um dann fortzufahren: „Im Kiro-Modus finden Sie die Straße nie. Ich werde sie hierher navigieren, wo befinden Sie sich denn im Augenblick?”

„Moment, ich schaue mal… Mmmhh… ich befinde mich Ecke Ocean Drive/Patricia Cornwell Avenue, gegenüber der Miami Sunset Senior High School, müsste im Süden der Stadt liegen…”

„Halt, halt, halt… von welcher Stadt reden sie denn?”

„M I A M I, W E I D - Ö R B - Straße, so wie Ihr Mitarbeiter uns das am Telefon durchgegeben hat!”

Jolly bekommt fast kein Wort mehr über die Lippen vor lauter Lachen und schafft es gerade noch zu sagen: „Moment, ich gebe Ihnen da mal besser Leroy Croce”.

„Leroy geh Du bitte mal ans Telefon, entweder hat der SchVVarze Peter `nen Clown gefrühstückt oder er ist doch einer von Yahoo Clever”.

„Hallo, hier Leroy Croce, Sie sind in Miami, was suchen Sie denn DORT?”

„Lycosia City, wir sollen diese Stadt anstreichen” antwortet SchVVarzer Peter mit leichtem Singen in der Stimme.

„ Nun hören sie mal gut zu, wir befinden uns hier in Mainz” ein wenig lauter „DEUTSCHLAND, unsere Redaktion nennt sich Lycosia City und anstreichen sollen sie allenfalls 4 Wände” entgegnet nun Leroy leicht genervt.

„Aber meiner Frau sagten Sie am Telefon, Lycosia City in Miami” klang es leicht verzweifelt am anderen Ende der Leitung.

„Ist der Schrankdackel Ihre Frau” fragte Leroy nun höflich.

„Ja” antwortete SchVVarzer Peter

„Dann hören Sie jetzt mal gut zu, legen Sie sich besser einen Anrufbeantworter zu und sperren Sie den Dackel vor dem Verlassen Ihrer Büroräume in den Schrank, wo er hingehört. Das erspart Ihnen solche Peinlichkeiten” führte Leroy ruhig fort.

„Mmmhh… für vier Wände habe ich mir extra einen Fallschirm gekauft und die Strapazen dieses langen Fluges auf mich genommen, das darf doch nicht war sein” hörte man SchVVarzer Peter nun noch verzweifelter stöhnen.

„Nehmen sie einfach den nächsten Flieger nach Deutschland und wenn Ihnen während des Fluges langweilig wird, klappen Sie Ihr Notebook auf, gehen ins Internet und schauen mal bei Lycosia City rein. Bei einem Nachtflug nach MEZ empfehle ich Ihnen Lycos IQ, nachts finden Sie dort noch größere Deppen wie sie es sind” empfahl Leroy nun unserem Malerhelden.

Ich konnte es mir nicht verkneifen noch aus dem Hintergrund zu rufen „Aber geben Sie acht, dass Sie keinen Kaffee in die Tastatur schütten.”

Natürlich hat unser Malerheld es irgendwann doch noch geschafft zu uns zu finden. Was dabei so alles passierte, erzählen wir Euch demnächst.

Bis dahin allen noch viel Spaß hier auf unserer Seite und bleibt COOL ;-)

Euer Miamicool

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Das Arbeitsamt oder einfach nur: Wie ich zu meinem Job kam.

Verfasst von Wyatt Earp am 20 Mai, 2008

Stundenlang saß ich nun schon im Flur des Arbeitsamtes und beobachte das fleißige Personal beim Gießen der Blumen und austauschen von Kochrezepten.

Dass ich auch mal hier landen würde, hätte ich nie gedacht.

Da wirken die Worte des jungen Mannes neben mir „Ich bin schon in der dritten Generation arbeitslos und habe auch kein gesteigertes Interesse mit dieser alten Familientradition zu brechen” wenig aufmunternd.

Aber was sollte ich machen, mein Berufsstand ist eben nicht mehr gefragt, ganz zu schweigen von meinem Alter. Wer stellt in Deutschland noch einen Scharfrichter ein, vielleicht sollte ich doch in die USA auswandern, dort weiß man meine Fähigkeiten wenigstens noch zu schätzen, sinnierte ich so vor mich hin.

Aber noch bin ich nicht so alt und noch immer dynamisch genug etwas Neues zu beginnen.

Nun sitze ich da und hoffte wirklich inständig, dass das Arbeitsamt noch eine Möglichkeit für mich findet, am besten natürlich einen Job, in dem ich meine Fähigkeiten ausleben kann.

Endlich wird meine Nummer aufgerufen und mit klopfendem Herzen und wackligen Beinen betrete ich das Büro.

„Setzen Sie sich!” herrschte mich eine - einer Dame eher unwürdigen - weibliche Stimme an; ich fühle mich von oben bis unten gemustert.

Sofort lege ich mit zittrigen Händen ehrfurchtsvoll meine gesamten Unterlagen auf den Tisch.

Die Frau stellt nun ihre Gießkanne zur Seite, nicht aber ohne nochmals einen bewundernden Blick auf ihre Zimmer- und Fensterbankbotanik zu werfen, schnappt sich meine Unterlagen und schaut flüchtig drüber.

„Was denken Sie?”, frage ich mit ängstlicher und leiser Stimme, „habe ich noch eine Chance, können Sie mir einen Job vermitteln?”

Die Frau sah mich fast schon vorwurfsvoll an, so als hätte ich ihr gerade angeboten eine Kostprobe meiner „handwerklichen Fähigkeiten” darzubieten.

„Schauen Sie”, sprach sie zu mir und nun klang ihre Stimme fast ein wenig mütterlich, „wenn es nach mir ginge, würde ich Sie sofort bei uns hier im Amt einstellen” nach einer kurzen Pause fügte sie noch an „Sie hätten viel zu tun und wir einige Probleme weniger, aber Sie wissen ja,… die Gesetze in Deutschland”.

„Ja” antwortete ich nun verständnisvoll aber enttäuscht „man lässt mich meinen Beruf hier nicht mehr ausüben”.

„Ja leider” seufzte sie dann.

„Aber vielleicht gibt es ja die Möglichkeit einer Umschulung?” fragte ich sie nun fast schon ein wenig kess.

„Mmmhh” stöhnte sie nur kurz und blickte etwas abwesend wirkend auf ihren Monitor.

„Da haben wir doch was für Sie!” klang es singend und so euphorisch aus Ihrem Munde, dass der geneigte Leser glauben könnte, man hätte sie gerade in den vorzeitigen Ruhestand umgebettet.

„Eine Umschulung?” fragte ich ein wenig kleinlaut.

„Nein, viel besser, für diesen Job sind Sie geradezu prädestiniert, Ihre berufliche Ausbildung und Kenntnisse sind eine ideale Voraussetzung für diese Stelle” entgegnete sie mir süffisant.

„Aha” sagte ich und fragte dann „um welchen Job handelt es sich denn und wann kann ich bei welcher Firma anfangen?”

„Sie können noch heute Nacht anfangen, Lycos sucht einen Moderator für den Nachtdienst von Lycos IQ, der ideale Job für Sie” entgegnete sie mir.

„Klasse” sagte ich nur und strahle sie dabei an, als wäre Sie Halle Berry und wir hätten gerade Sex gehabt „und was muss ich da tun?” fragte ich weiter.

„Sie müssen sich nur Fantasienamen zulegen wie beispielsweise Bushyasta, Hvenator, Zynischer Hiob, Schmiegelmann oder SchVVarzer Peter und alles deaktivieren was Ihnen nicht in den Kram passt, da haben Sie absolut freie Hand” erklärte sie mir.

„Hier die Unterlagen, am Besten Sie rufen gleich bei Lycos an, nun muss ich aber gehen, ich habe Mittag und Sie haben mir schon genug meiner Zeit gestohlen” sagte sie nun in ihrer anfangs schon beschriebenen herrischen Art und verließ den Raum.

Tja liebe Leser, nun kennt Ihr meine berufliche Vergangenheit und auch meine gegenwärtige Tätigkeit, bis zum nächsten Mal,

Euer

Wyatt Earp

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Was tun bei ständig steigenden Spritpreisen?

Verfasst von Wyatt Earp am 14 Mai, 2008

Die Lycosia City Redaktion hat sich einmal Gedanken gemacht, wie man den ständig steigenden Spritpreisen entgegen wirken könnte, hier einige Vorschläge:

Fahr doch mal wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln…


Oder mache es wie wir von Lycosia City, veranstalte einen kleinen Flohmarkt in Deinem Garten und trenne Dich von einigen Deiner “Lieblinge”…

Vielleicht auch mal über Alternativen zum Straßenverkehr nachdenken?

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Der Cyberheld

Verfasst von Wyatt Earp am 12 Mai, 2008

Was war das nur für ein Leben, als es noch keine Computer gab, da war ich nur einer unter vielen. Heute aber dank dieser wunderbaren Technik bin ich wer, Brad Pitt, George Clooney, Tom Cruise, alles armselige Figuren gegen mich… den Internethelden.

Ich brauche nicht mehr mit gutaussehenden Typen, denen „ich bin saugut im Bett” förmlich auf die Stirn tätowiert zu sein scheint, zu konkurrieren. Coole und lockere Sprüche wie “schau mir in die Augen, Kleines” oder „Du bist der schönste aller Sterne” muss ich mir auch nicht mehr einfallen lassen. Rasierwasser, Deo, Haarspray, tägliche Rasur und Designer-Klamotten, all das brauche ich nicht mehr. Meine Gabor Schuhe sind nun Birkenstock-Imitaten gewichen und meine Hemden kaufe ich bei Woolworth auf dem Grabbeltisch. Discos, Szene-Lokale oder Partys waren gestern, heute habe ich meinen Computer und das Internet.

Die Frauenwelt liegt mir zu Füßen.

Ich kann rund um die Uhr in meinem ballonseidenen Trainingsanzug Größe XXXXL (weil dadurch selbst ein Dinosaurier schlank und sportlich aussieht) vor dem Computer sitzen und mit den schönsten Frauen flirten. Nicht mal meinen schwabbelnden Bierbauch und die Elefanten-Oberschenkel muss ich kaschieren. Meine verfilzten Tennissocken und die für 1,99 Euro erstandenen ALDI-Plastik-Puschen darf ich auch ungestört tragen.

Denn jetzt habe ich einen Computer.

Nun besitze ich dieses Wunderwerk der Technik und schon klappt es wieder mit den Frauen.

In den schier unendlichen Weiten des Internet finden sich immer neue und bessere Foren, Chatrooms und Bekanntschaft-Plattformen wo willige weibliche Opfer auf einen Helden wie mich nur warten.

Nur ein paar Tage nett und charmant chatten, dazu einige liebe und schmalzige Mails, am besten noch mit ein paar geklauten Gedichten, und schon steht einem erfolgreichen Wochenende irgendwo in Deutschland nichts mehr im Weg.

Und das schaffe ich alles locker mit Bierbauch, Dosenbier, Unterhemd und Pantoffeln, unrasiert, Chips fressend und rülpsend vor dem Computer, indem ich mich hier als “toller Supertyp” definiere, alles zuschleime was nach „Weibchen” riecht, witzig wie Helge Schneider bin und auf alles und jedes einen coolen Spruch habe.

Natürlich bin ich immer ein erfolgreicher Selbständiger (natürlich Single) Adonis mit Traumfigur, erniedrige mich freiwillig bis eine Steigerung kaum mehr möglich ist, um den Frauen im Chatraum zu gefallen, verstehe grundsätzlich ALLE Frauen und finde sowieso ALLE Frauen supertoll.

Zu Beginn des Internetbooms waren Frauen noch eine eher seltene Spezies im Internet und es dauerte schon einige Zeit ein System zu entwickeln, die „wirklichen Frauen” zu erkennen und nicht auf die vielen notgeilen Männer im „Frauenkostüm hereinzufallen.

Aber nach einiger Zeit hat man das heraus. Frauen haben ein ganz anderes Vokabular, bedienen sich bestimmter männertypischen Ausdrücke nicht und beenden sofort den Chat wenn das Gespräch zu Beginn schon in den persönlichen Bereich geht, oder gar - ich nenne es mal - niveaulose Ausdrücke benutzt werden.

Sich als Frauen ausgebende Männer hingegen gehen auf alles ein, je niveauloser oder gar sexistischer umso freudiger und freizügiger reagieren sie. Man(n) braucht also nur ein zweites Browserfenster mit einem zweiten Nicknamen aufzumachen, wo man dann diese üblen Sprüche verbreitet. Mit diesen findet man die echten Frauen und unter seinem Adonis-Nicknamen nimmt man dann die so angegriffen Frauen eloquent und charmant in Schutz. Der „vermeindlich” üble Bursche verschwindet dann wieder schnell von der Bildfläche.

Wirkungsvoller Trick mit Doppelwirkung!

Viele Frauen mögen noch immer DEN Helden. Sprüche wie: “Ich hasse es, wenn jemand so mit einer Frau spricht” und/oder etwas in der Art zu faseln wie: “Tiefstem Respekt vor Frauen” zeigt noch immer seine Wirkung, so simpel diese Sprüche auch sind.

Ist mir das „Internet-Weibchen erst mal ins Netz gegangen, mache ich ihr recht schnell klar, dass ich nicht in der üblichen Art und Weise an ihr interessiert bin und „anbaggern” weder zu meinem Wortschatz noch zu meinem Gedankengut zählt.

Natürlich vermittele ich ihr dies nur unterschwellig, sozusagen zwischen den Zeilen, unterhalte mich mit ihr weiterhin zwanglos, stelle selbstverständlich kaum Fragen, zeige mich aber an allem was sie zu sagen hat höchst interessiert.

Zu Beginn erzählen die Cyber-Weibchen meist Geschichten wie: “Ich bin gerne unter Menschen, in der freien Natur und gehe mit Bekannten aus, treibe viel Sport liebe Veranstaltungen, Weinfeste, Biergärten und mag Saunalandschaften”, aber wann bitte machen sie das, wenn sie jeden Tag und selbst bei 40 Grad im Schatten nur im Internet rumhängen?

Aber das muss mich nicht interessieren, ich möchte ja nicht heiraten sondern nur ein Date, also lausche ich weiter: “Ich lese auch gute Literatur und schreibe gerne Gedichte”, dass sie im Chatraum kaum einen fehlerfreien Satz beherrschen ist für mich aus bekannten Gründen ebenfalls nicht von Bedeutung… im Bett muss man schließlich nicht schreiben können.

Irgendwann verabschiede ich mich artig, wünsche ihr eine schöne Nacht mit „Träumen so süß wie Honig” und um zu unterstreichen, dass ich sie nicht angraben will sage ich zum Schluss noch „ich bin ja eher selten hier, aber vielleicht liest man sich ja mal wieder”.

Spätestens jetzt beginnt sie mich interessant zu finden und ich kann mir sicher sein, dass das Cyber-Weibchen am nächsten Tag im Chat schon sehnsüchtig auf mich wartet.

Natürlich enttäusche ich sie nicht und bin am nächsten Tag “rein zufällig” doch mal kurz da, nicht aber ohne sie vorher mit anderem Nicknamen ein wenig beobachtet und getestet zu haben.

Heute ist die Vertrautheit natürlich viel größer, ich lausche „scheinbar” aufmerksam ihrem üblichen belanglosem Gerede, zwischendrin lasse ich einfließen, wie anstrengend doch mein Arbeitstag war, aber die Zufriedenheit meiner vielen Kunden eine Entschädigung dafür sei.

Die Wahrheit, dass ich heute Ärger mit dem Amt wegen Hartz IV hatte, weil ich es zum x-ten Mal versäumt hatte Terminen nachzukommen, erwähne ich natürlich nicht.

Das Gespräch wird nun persönlicher und irgendwann werden dann auch - von dem Cyber-Weibchen noch mit ein wenig Misstrauen betrachtet - E-Mail-Adressen einseitig ausgetauscht, was meint; ich gebe ihr meine Adresse und lasse ihr somit den Spielraum eine Mail zu schreiben, ob und wann sie möchte.

Mit dem gleichen Ritual des Vortags verabschiede ich mich artig, dieses Mal ein wenig früher - da ich ja am nächsten Tag einen frühen Kundentermin habe - um die Spannung ein wenig zu erhöhen.

Außerdem gebe ich ihr damit genug Zeit eine ellenlange Mail zu schreiben, die ich natürlich am nächsten Morgen in meinem Postfach vorfinde.

Inhalt der Mail ist gewohnterweise das übliche Bla, Bla, Misstrauen, schon so oft enttäuscht usw., das ganze Repertoire eben.

Aber dass ich ganz anders bin, will sie natürlich sofort erkannt haben.

Also kann ich mich schon mal genüsslich zurücklehnen und einen Whisky auf das Date am Wochenende trinken. Wo ich die Kohle für das Date herbekomme, da mir ja Hartz IV gestrichen wurde, ist in dem Moment nebensächlich.

Nun bereite ich schon mal meine Antwort auf ihre Mail vor, in dem ich im Internet ein schönes Gedicht suche und es ihr als meine niedergeschrieben Gedanken der Nacht an einen wundervollen Menschen verkaufe. Noch ein wenig den „Frauenversteher” herauskehren in dem ich ihr Geschichtchen von Freundinnen, die sich bei mir aussprechen und für deren Probleme ich immer ein offenes Ohr habe, erzählen, kann nie schaden.

Die Mail schicke ich ihr dann im Laufe des Nachmittags über die „fiktive” (was für ein Wort bei diesen Absichten) E-Mail-Adresse eines Geschäftsfreundes, da ich sie so lange bis zum Abend nicht warten lassen wollte mit meiner Antwort.

So gehen am frühen Abend einige Mails hin und her, bis ich langsam selbst den Müll den ich schreibe zu glauben beginne. Es schützt vor Widersprüchen!

Freudig und überschwänglich werde ich dann am Abend im Chat begrüßt, fast schon so, als würden wir uns Jahre kennen… so schnell geht das.

Nach dem anfänglichen und üblichen inhaltsleerem Geschreibe bereite ich nun behutsam den nächsten Schritt vor. Das Telefonieren!

Der Tag war anstrengend, von einer Konferenz zur anderen, Geist und Augen sind müde, es fällt mir schwer mich auf meinen Bildschirm und die Tastatur zu konzentrieren, vermittle ich nun dem Cyber-Weibchen. Verständnisvoll aber ein wenig traurig beginnt sie nun mit dem Gute Nacht Verabschiedungsritual, bis mir plötzlich DIE Idee kommt.

Man könne doch ein wenig telefonieren, dies strenge ja nicht so an und überhaupt wäre es doch schade nun schon ein Break machen zu müssen, schreibe ich ihr nun, begleitet von ein paar weiteren liebevollen und einstudierten Worten, natürlich nicht ohne zu erwähnen, dass SIE mich selbstverständlich auf meiner Festnetznummer die ich sonst niemandem gebe (es ist eine von 10 Telefonnummern die ich wechselweise nur für Internet-Weibchen reserviert habe) anrufen kann.

Natürlich zögert sie zuerst ein wenig, schließlich ist sie ja eine Frau und Dame außerdem, aber nach einigem kokettieren ist es dann soweit, ich darf ihr meine Telefonnummer gegen.

Nicht ohne nochmals zu erwähnen, dass ich diese Nummer sonst niemals rausgebe, schicke ich sie ihr nun zu.

Eine sehr angenehme Telefonstimme wurde mir schon oft bescheinigt, so dass ich nun siegessicher in diese Runde einsteige.

Der Anruf lässt auch nicht lange auf sich warten.

Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten beginnt das Eis zu schmelzen, geschickt überwinde ich jede Hürde und finde immer wieder ein Thema. Meine Zeit als Türdrücker für Zeitungen und Staubsauger, aber auch die vielen Gespräche auf den Ämtern erweist sich nun hinsichtlich meiner Redegewandtheit und Rhetorik als ausgesprochen nützlich.

Nun kommt die letzte und schwierigste Phase. Fototausch!

Das Tauschen von Fotos an sich ist kein Problem mehr, dann das Vertrauen ist mittlerweile nahezu grenzenlos, aber kann auch mein Foto überzeugen? Und noch viel wichtiger, ist das Cyber-Weibchen auch hübsch, oder habe ich nur drei Tage Zeit am Computer vergeudet?

So schicke ich ihr also mein bestes und einzig brauchbares Bild, auf dem ich - vorsichtig formuliert- sehr schmeichelhaft getroffen bin. Im Regelfall ist das Bild nicht mehr ganz so wichtig, da ich vorher schon die halbe Ernte eingefahren habe.

Meist kommt dann auch unmittelbar ein Bild von ihr, nur in ganz seltenen Fällen entsteht plötzlich ein Vakuum. Ist das Bild dann auf meinem PC, beginnt für mich die Entscheidungsfindung ob ich sie überhaupt möchte. Zu Beginn meiner „Cybertätigkeit” war ich noch wenig wählerisch, aber mittlerweile kann ich mir schon aussuchen, welches Cyber-Weibchen zu mir passt. Ich bin doch der Held hier!

Also sollte sie schon besonders hübsch sein, und mindestens zwanzig Jahre jünger ist eine Grundvoraussetzung.

Der letze Schritt ist nun nur noch reine Routinearbeit.

Da ich nun mal lieber 500 km zu einer Frau aus dem Internet fahre, da das Kennenlernen von Frauen in meiner realen Umgebung für mich mittlerweile ein unüberwindliches Hindernis darstellt, erfinde ich also schnell einen Freund, guten Bekannten oder Verwandten in Ihrer Nähe. Manchmal muss auch ein Geschäftstermin herhalten… bei der Gelegenheit könnte man sich doch mal ganz unverbindlich auf einen Kaffee treffen, lasse ich dann in das Gespräch einfließen.

Da Frauen solche Blind Dates lieber in der Anonymität eines Restaurants oder Cafés‘ bevorzugen als in ihrem Zuhause, muss ich vorerst zu dieser Variante greifen.

Das Date in einem Cafe‘ vor Ort steht also, aber dies ist mir noch nicht genug.

Einen Tag vor dem Date muss ich dann leider absagen, da mein Bekannter, Verwandter etc. plötzlich geschäftlich (er ist selbstverständlich ebenso ein VIP wie ich) verreisen musste.

Traurigkeit macht sich natürlich schnell breit, aber um meine „ehrlichen Absichten” nachhaltig zu unterstreichen und den bei ihr entstandenen Eindruck, ich wolle mich vielleicht vor dem Date drücken auf einen Schlag wegzuwischen, biete ich ihr an, da ich ja eh‘ an diesem Wochenende sonst nichts vor habe, sie einfach so zu besuchen.

Mein Vorschlag sich im Cafe‘ zu treffen erfährt für gewöhnlich den Gegenvorschlag, doch direkt zu ihr nachhause zu kommen, einen Kuchen backe sie auch.

Ein wenig kokettiere ich noch mit diesem Angebot, nehme es aber ein wenig später selbstverständlich an, nicht aber ohne zu erwähnen, dass ich mir dann vor Ort ein Hotelzimmer suchen werde.

Der Rest ist nun schnell erzählt, in neun von zehn Fällen muss ich mir natürlich kein Hotelzimmer suchen.

War es ein schönes Wochenende, werde ich sie einladen ein Wochenende bei mir zu verbringen, schließlich schadet es nicht, Nachbarn und Freunden ab und zu auch mal die „Beute” zu zeigen, vielleicht macht es einen für die Zukunft ja auch im realen Umfeld „wettbewerbsfähig”.

Vielleicht noch ein oder zwei weitere Treffen, spätestens dann aber werde ich ihr klar machen, dass eine Beziehung auf solch große Distanz auf Dauer keine Chance hat, und die Sache beenden.

Dabei werde ich mir sehr leid tun und ihr noch oft schreiben, wie sehr es schmerzt. Denn ich glaube ja selbst daran.

Und mit ihren Problemen und ihrer Geschichte versorge ich währenddessen die Neue, die schon in einer anderen Stadt auf Mails von mir wartet.

Mein Leben ist abwechslungsreich wie es früher nie war.

Aber der hatte ja auch keinen Computer.

Ich frage mich nur, wie ich in den kommenden 7 Monaten, die ich eine Haftstrafe wegen Bigamie abzusitzen habe, ohne Computer, Cyber-Weibchen und Dates auskommen soll.

Aber vielleicht nutze ich die Zeit einfach, mein System noch ein wenig zu verfeinern.

Vielleicht wird sich die ein oder andere auch freuen, wenn ich von meiner „siebenmonatigen geschäftlichen Tätigkeit” in den USA wieder zurück bin… wie ich denen erkläre, dass es in den USA noch kein Internet gibt ist mir bisher noch nicht klar, aber vielleicht habt Ihr da ja eine Idee liebe Leser, bis dahin gehabt Euch wohl,

Euer Cyberheld

Veröffentlicht in Geschichten