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Archive for 16. August 2009

Printmedien im Internet und der Spaß …

Verfasst von: SchVVarzer Peter - 16 August, 2009

Zitat aus dem Kommentar von Marc (MTG)

„Leider verkennt der ein oder andere von euch immer die Tatsache, dass Lycos iQ kein “Spass-Diskussions”- oder Philosophieforum ist, sondern ein wirtschaftlich denkendes Unternehmen …“

Link zum Original Kommentar von Marc

Printmedien suchen immer häufiger nach Geschäftsmodellen fürs Internet. Die meisten deutschen Printmedien, so auch Burda Medien, suchen verstärkt nach Finanzierungsmodellen für ihre Online-Auftritte – nur wissen die meisten noch nicht, wo die Reise hingehen soll. Größte Geldquelle der Printmedien ist nach wie vor die Werbung, allerdings wird immer mehr Werbung von den Internet-Suchmaschinen abgezogen, und dies ist selbstverständlich auch im Hause Burda Medien zu spüren.

Es, muss also überlegt werden, welche Geldquellen es außer Werbung, vor allem im Internet, noch gibt. Eine Printmarke hat auf Dauer keine Überlebenschance, wenn sie kein Internetangebot hat. So viel ist klar! Wie aber das Internet als Geldquelle erschließen, bisher ist das Internet für viele noch ein Zuschussgeschäft.

Spiegel Online beispielsweise haben die ersten 10 Jahre Onlinepräsens rund 25 Millionen Euro gekostet, erst seit wenigen Jahren ist man dabei dieses Geld zurückzuverdienen, rote Zahlen werden aber immer noch geschrieben.

Burda Medien hat iQ, gemessen an Beträgen die heutzutage von einem Internetauftritt großer Printmedien verschlungen werden, fast zum Nulltarif eingekauft. iQ selbst für Peanuts, dazu Mitarbeiter, die auf fast keiner Gehaltsliste auftauchen, da sie größtenteils (sittenwidrig) unentgeltlich arbeiten. Ebenso darf die neue (Einmann?) Administration des MTG als Low Cost Paket betrachtet werden. Qualitätsjournalismus kostet aber Geld, das muss auch den Verantwortlichen von Burda Medien klar sein.

Im Weiteren ist es doch so, dass nicht alle Menschen, die sich bisher überwiegend Zeitungen, Nachschlagewerken oder anderer Printmedien bedienten, Qualitätsjournalismus, Informationen, Beiträge und Dergleichen ausschließlich zum reinen Zweck der Information im Internet suchen. Ein nicht unwesentlicher Teil möchte doch einfach nur Ablenkung – Entertainment gepaart mit Wissen.

Es erhebe die Hand, wer nur Artikel auf heise.de anklickt, deren Inhalt wirklich wichtig für ihn selbst zu kennen ist.

Oder welchen Informationsgehalt für das eigene Leben und Wirken haben Berichte oder Fragen nach Prominenten, Diskussionen über Gott und die Welt oder der tausendste Systemabsturz des Mitglieds einer Communtiy? Wie unterscheidet sich hier signifikant Qualitätsjournalismus von anderem Journalismus, außer vielleicht in der Wortwahl und wie sehr man bereit ist am Privatleben anderer Menschen teilzuhaben oder gar in diesem rumzuwühlen. Welchen Informationsgehalt haben Sportergebnisse, Höhen, Weiten, Strecken. Wieso interessieren sich Menschen überhaupt dafür? Und wie sehr unterscheidet sich das aktuelle Informationswirrwarr über die Jahre?

Menschen suchen mehr Zerstreuung als Information, von daher ist die Frage nach gehobener Qualität hinfällig. Ein rein wissenschaftliches Forum für gehobene Ansprüche wäre ein Nischenprodukt und für Printmedienkonzerne wie Burda Medien uninteressant. Zerstreuung kann  man auf so viele Arten und Weisen finden, da braucht man nicht auf eine Plattform zurückzugreifen, die kein „Spass-Diskussions“- oder „Philosophieforum“ sein möchte. Es scheint durchaus genügend erfolgreiche Gratispublikationen zu geben, die dem breiten Publikum diese Zerstreuung anbieten Im Internet wimmelt es von solchen kostenlosen Angeboten und der Hauptzweck von vergleichbaren Produkten des iQ ist es doch Information als Zerstreuung anzubieten – Trivial Pursuit des Internet eben.

Auch wenn Burda es noch nicht wirklich verstanden hat oder wirklich verstehen möchte, als Spartenangebot ist iQ für den Konzern wertlos. Auch für Burda gilt also:

–       maximales Streaming von Prozessen um nur minimal Kosten zu verursachen

–       Finanzierung durch Werbung mit dem Werbeträger „Wissen der Kunden“!

–       Kleiner aber effizienter Mitarbeiterstamm, der über den werdenden Internet-Werbemarkt leicht bezahlt werden kann.

–       Mit Hilfe der Community das Angebot ständig ergänzen und Unstimmigkeiten schnell sichtbar machen.

Wenn die Kunden Spaß haben, hat auch der Konzern letztendlich Spaß beim Lesen der Jahresbilanz, dann, wirklich erst dann, unterschreibe ich den Begriff  „wirtschaftlich denkendes Unternehmen“ im Zusammenhang mit iQ!

Posted in Diskussionen, Lycos/Lycos IQ | 5 Comments »

 
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